Hallo ihr lieben Opfis,
Bei uns gibt es im Moment nichts Neues und wir wissen, dass dies unsere Besucherquoten auf der Homepage senkt. Daher erzählen wir noch ein bisschen von der Arbeit, damit ihr nicht denkt, wir machten hier ein halbes Jahr Urlaub :)
Also bei McDonalds fühlen wir uns richtig wohl. Ich (Sara) stehe lächelnd an der Kasse und verkaufe die gesunden Ernährungsprodukte, während Michael hinter mir im Burger Room Apfeltaschen, McChicken Pattys, Strips, Chrunchy Chicken Pattys, Fish Filet, McNuggets frittiert, sowie 4:1, 10:1 (so heißen die großen und kleinen Fleischscheiben), Seared Chicken, Bacon, Angus Fleisch grillt und Burger belegt. Es geht stets sehr sehr hektisch zu, weil immer was zu tun ist. Falls mal nicht so viel los ist, gibt es immer was zu putzen oder aufzufüllen. Wir sind sehr von der Logistik beeindruckt. Alles ist sehr gut geplant, durchdacht und perfektioniert.
Im Motel ist die Arbeit zwar nicht so spannend, jedoch haben wir ab und zu ein paar interessante Erlebnisse. Letztens zum Beispiel haben wir die Sheets auf einem Bett gewechselt, weil da Blut drauf war und haben einen Dildo gefunden (Anmerkung des Sekretärs: hier schreibt übrigens immer noch Sara). Wir wussten nicht, was wir tun sollten, damit das der Frau, die dort wohnt, nicht peinlich ist. Also haben wir ihn einfach so halb unters Bett geschoben und so getan als hätten wir ihn nicht gesehen und als wäre er/es uns beim Betten machen herunter gefallen. Am nächsten Morgen begegnete uns dann die Frau, die uns schon vorher aufgefallen war, weil sie immer böse geguckt und nie gegrüßt hat. Sie saß vor ihrem Zimmer und hat geraucht und als wir vorbei kamen, fragte sie uns: "Habt ihr gestern mein Zimmer geputzt?". Geschockt wie wir waren, sind wir wie angewurzelt stehen geblieben und haben gesagt "Ja". Dann sagte sie "Habt ihr irgendwas gefunden?" Da wir vorher abgesprochen hatten, dass wir keinem sagen, was wir gefunden hatten, sagten wir schnell "Nein". Aber damit war es nicht getan. Die Frau wurde richtig wütend, fing an zu zittern (ziemlich sicher hatte die irgendwas genommen) und fragte mit kalter, böser Stimme "Es war ekelhaft, nicht wahr?". Danach hat sie uns noch zehn Mal gefragt, ob wir wirklich nichts gefunden hätten und fing an uns zu beschimpfen, weil wir den Australiern hier die Arbeit wegnähmen. Sie hat gesagt, dass sie 30 Jahre lang in einem Roadhouse gearbeitet habe und da immer Backpacker kamen und wieder gingen und sie schließlich ihren Job verloren hätte, den ein Backpacker bekommen hätte. Die ist halb wahnsinnig geworden.So eine etwas ältere Frau, die gerade am Rauchen und wie bekloppt am Zittern war, ein bisschen verzweifelt und voller Wut und Hass auf Backpacker.
Wir wussten gar nicht, was wir sagen sollten, haben einfach ganz ruhig zugehört und gesagt, dass wir die ganzen Anschuldigungen anders sehen und auf einmal ging die Frau einfach raus, stieg in ihr Auto und ist abgedüst. Die hatte extra vor ihrem Zimmer auf uns gewartet, hatte alle Sachen schon im Auto, hat uns beschimpft und ist dann gefahren. Komisch. Zum Glück haben unsere Manager nichts bemerkt.
Dann ist eine von den Aboriginie-Familien ausgecheckt. Oh je! Es gibt ja vier Zimmer, in denen wir immer nur Service machen müssen, also den ganzen Müll vom Boden aufsammeln, haufenweise Toilettenpapier bringen und versuchen den krassesten Dreck zu entfernen. Doch bei einem Checkout muss das Zimmer so hergerichtet werden, dass wieder jemand neues einchecken kann. Die Zimmer sind zwar so heruntergekommen, dass nur ein neuer Aboriginie einchecken kann (die sind alle gleich mit dem Dreck, wird hier gesagt), trotzdem mussten wir einfach alles putzen. Es war so ekelhaft. Das habt ihr noch nicht gesehen (und gerochen), so was Widerliches hab ich noch nie gemacht. Poah, einfach abartig. Wir haben die weißen Wände mit einem Besen geschrubbt, und herunter lief braunes Wasser. Ich verstehe auch nicht, wie man so viele Kräuselhaare an die Wand und auf die Tische und Ablagen kleben kann. Ich brauchte einen richtig harten Schwamm und so viel Sprühputzmittel, dass meine Augen schon getränt haben, um das auch nur halbwegs abzukriegen. Im Badezimmer auf dem Boden klebte ein Chickenburger, der so platt getreten war wie ein dünnes Buch, alle Zutaten waren aber noch zu erkennen. Er war so fest auf den Boden getreten, dass wir den erst einweichen mussten, bevor wir die untere Hälfte abbekommen haben. Schrecklich. Es war ein Unding!
Deshalb haben wir hier die nächste Aufgabe für euch:
Versucht mal nie mehr euer Haus zu putzen bis wir zurück kommen. Kocht immer doppelt so viel Essen wie normal, damit ihr den Rest auf den Boden oder an die Wand werfen könnt, bringt nie mehr den Müll raus, drückt bei der Toilette nie die Spülung und versucht so viele Tiere im Haus wohnen zu lassen, wie nur möglich (keine Sorge, die müssen nicht stubenrein sein). Dann müsst ihr noch Haare überall dran kleben, am Besten mit Kaugummi oder Kautabak und eure Betten mit Farben und Körperflüssigkeiten versehen. Das alles macht ihr, so stinkend und rücksichtslos auf alles, wir ihr nur könnt. Wenn wir zurück kommen, gucken wir uns dann eure Häuser alle an. Wessen Haus am Ehesten so aussieht wie das Zimmer, was wir vorgestern geputz haben, bekommt von uns den wertvollen Aboriginie-Award verliehen. Viel Glück!
Samstag, 4. September 2010
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Auja, geiler Wettkampf. Wir machen mit, aber nur in einem Zimmer (1. Etage erstes Zimmer links). Bin sicher, dass wir gewinnen!
AntwortenLöschenKuss Mami
...und wer macht das dann wieder sauber? (ich wüsste da zwei...)
AntwortenLöschenKussi, Uti
Nach solch harter Arbeit solltet ihr euch unbedingt einen der australischen "fortified wines" gönnen. Schreibt mal wie euch diese - speziell für die englische Königin entwickelten - Weine schmecken.
AntwortenLöschenLieben Gruß aus der Pfalz, Werner
Hallo ihr zwie Mäuschen. Schön, das ihr auch mal die andere Seite der Menschen kennen lernst. Es ist schon ein Schock wenn man wohlbehütet auf dem Dorf im Oberberbergischen aufgewachsen ist und dann andere Lebensweisen sieht.
AntwortenLöschenIch kann euch versichern, dass solche 'Wohnungen' auch in unserer Gegend keine Seltenheit sind, wenn auch nicht gerade in Hotels. Aber dass hat mit Sicherheit mit der den Aboriginies eigenen Geschichte zu tun, genau wie hier bei uns jeder Messi seine eigene (Lebens)Geschichte hat.
Also: locker bleiben, nicht verallgemeinern und weiter Erfahrungen sammeln!
Na ihr Helden :)
AntwortenLöschenSchon krass und ekelig! Ich habe zurzeit eh keine lust aufzuräumen, da trifft sich das mit der Aufgabe ja sehr gut :D Dann kannst du mich auch mal wieder besuchen und schon zum dritten mal mein Zimmer sehen ;)!
Hab euch lieb :) Krini!
Hallo ihr suessen :)
AntwortenLöschenSitze gerade in der Schule und langweile mich zu tode! Denk mal wieder an euch, freu mich euch bald wieder zu hoeren. Macht es gut und passt immer schoen aufeinander auf, und arbeitet nicht zu viel ;)
Sarah