Es gibt wieder viel zu erzählen. Da wir Tagebuch führen schreiben wir hier einfach auch alles tageweise auf.
2010 – 07 – 23
Wir hatten ja kurzfristig einen Flug von Singapur nach Kulala Lumpur (wird hier nur KL genannt) gebucht. Nach zweieinhalb Stunden Schlaf von Donnerstag auf Freitag sind wir um 5h aufgestanden, um unseren Flieger zu erwischen. Eine Stunde hat der Flug gedauert und war recht angenehm.
In Malaysia war es noch wärmer als in Singapur und die Sonne hat nur so geknallt. Mit Bus und Taxi sind wir zu dem Hostel gefahren. Wir hatten 2 Tage vorher über das Internet gebucht, es sollte im „golden Triangle“, eine sehr beliebte und zentrale Gegend in KL, liegen. So bekannt war die Straße dann wohl doch nicht, irgendwann haben wir einfach zum Taxifahrer gesagt, er soll uns hier raus lassen, weil wir das Hostel nicht gefunden haben und das Taxometer anscheinend irgendwie manipuliert war. Der Fahrer hat natürlich einfach so getan als würde er uns nicht verstehen. Wir sind dann einfach ausgestiegen, in einem Viertel was wirklich nicht sehr schön war und sicherlich nicht im golden Triangle lag. Die ganze Straße war voll mit Marktständen, aber nicht so ein geregelter Markt, sondern es hatten einfach Leute Stände auf die dreckige Straße vor ihrem Haus gestellt und versuchten irgendwas zu verkaufen. An den Ecken lag überall Müll, unbeaufsichtigte Kinder liefen umher und alles sah sehr heruntergekommen aus. Es war auch kein Wunder, dass der Fahrer das Hostel nicht gefunden hat, denn es war eine sehr versteckte Tür eines hässlichen, mehrstöckigen Gebäudes. Dort haben wir dann mutig für 17€ für uns beide zusammen eingecheckt und unser Zimmer bezogen. Das Zimmer war gar nicht so schlimm, es standen nur 2 Betten drin, sonst nix. Ziemlich sauber. Haben noch schnell eine Stunde geschlafen (bzw. Michael hat es versucht) und sind dann mit der Bahn ins wirkliche Stadtzentrum gefahren. Nach unserem ersten Eindruck von KL waren wir total überrascht, so eine moderne und saubere Innenstadt zu finden.

Für 14h hatten wir uns mit Carmen verabredet, auch eine ehemalige Teilnehmerin eines internationalen Seminars, bei dem ich Assistentin war. Sie ist extra wegen uns in der Stadt geblieben, dabei wohnt sie eine Stunde Flug von KL entfernt. So hatten wir dann eine chinesische Malaiin, die sich super auskannte und uns alles Wichtige gezeigt hat. Zuerst hat sie uns in ein riesiges Einkaufszentrum, das mit den Petrona Towers verbunden ist, zum Essen eingeladen. Eigentlich wollten wir sie einladen aber ging nicht! Sie hat uns verschiedene chinesische Gerichte gezeigt („Wenn ihr das nicht gegessen habt wart ihr nicht in Malaysia!“). War sehr interessant Sojamilch mit Bohnen oder mit Rosensirup oder Eis mit Mais und Rootbeer zu probieren.

Crushed Ice mit Rosensyrup, Peanuts, Mais, Root Beer, Bananen, Rosinen
Nach dem Essen haben wir uns die Zwillingstürme angeguckt. Die größten Zwillingstürme der Welt. Wir waren beeindruckt, denn sie sind so modern, riesig und sehen einfach nur geil aus.

Michael, Carmen, Sara
Deshalb haben wir auch gestern schnell von einem Café das Video reingestellt. Die Cafés und auch Hotels und Hostels haben fast alle kostenloses W-Lan. Auch in Singapur versuchen sie gerade, Internet für alle kostenlos zu machen. Es ist auch gar nicht unhöflich im Café zu sitzen und während man sich unterhält gleichzeitig schnell Facebook zu checken, die Meisten haben sowieso Internet auf dem Handy. Carmen hat uns dann Vieles gezeigt: Einen alten Bahnhof am Independant Square, verschiedene typische Märkte, superneue Einkaufszentren und ein paar Moscheen, in die wir allerdings nicht reingehen durften.

Carmen und ich vor dem alten Bahnhof

Abends hat sie uns nochmal zum chinesisch Essen eingeladen. Ich krieg hier langsam zu viel vom ganzen asiatischen Essen aber Michael liebt es. Der Tag war richtig anstrengend weil wir viele Kilometer gelaufen sind und noch von der letzten Nacht müde waren, aber er war auch richtig toll und wir haben viel gesehen. Es bringt einfach so viel mit einer Einheimischen umher zu gehen. Sie kennt die besten Orte und mit ihr werden wir nicht wie Touristen behandelt, die immer überredet werden müssen, irgendwas zu kaufen. Gegen 23h hat sie uns auch zu einem Treffpunkt gebracht, an dem wir uns mit Michaels altem Stufenkollegen Jan-Philip verabredet hatten. Jan-Philip ist gerade mit Michèle und ihrem Freund Peter in Malaysia, die drei machen ein Auslandspraktikum und wohnen in der Nähe von KL. Sie hatten noch Christian mitgebracht, den sie während des Praktikums kennen gelernt haben und so kam es, dass wir auch noch drei Leute aus dem Oberbergischen mitten in Malaysia getroffen haben. Zusammen waren wir in einer Skybar, von der wir den besten Blick auf die beleuchteten Zwillingstürme hatten.
Michael, Ich, Michèle und Peter
vor den, nach Mitternacht leider nicht mehr beleuchteten,
Petronas Towers aus der Skybar
Der Abend war sehr lustig und als wir um 3h gehen wollten haben wir doch glatt entschieden, dass wir auch einfach bei Michèle schlafen könnten. So mussten wir nur noch einmal in die gruselige Umgebung unseres Hostels zurück um unsere Sachen zu holen und konnten dann schnell in die sicheren Wohnungen flüchten.
2010 – 07 – 24
Nachdem wir gefühlte eine Sekunde (von halb 5 bis halb 12) wie ein Stein geschlafen hatten wurden wir von Jan-Philip geweckt und haben schnell gefrühstückt. Wollten ja pünktlich sein für die Dschungeltour. Michèle und Peter waren nicht mehr da, die sind früh morgens aufgebrochen um an die East Coast zu fahren. Wir saßen dann so gemütlich beim Essen und haben uns gefreut, dass wir es so schön hatten, da fängt auf einmal der Toaster an zu brennen.

Normale Flammen vom Toast und grüne Flammen vom Toaster erhellten auf einmal die Küche! Doch zum Glück waren Jan-Philip und Christian schnell zur Stelle und retteten todesmutig unser aller Leben. Naja. So schlimm war es jetzt nicht. Einfach den brennenden und rauchenden Toaster raus tragen und mit kochendem Wasser übergießen (das war das erste, wonach wir greifen konnten :) ).
Nach dem Frühstück sind wir dann zu viert aufgebrochen zu einer Dschungeltour. Wir sind ca. eine Stunde den Berg hoch marschiert, was ziemlich anstrengend war weil es so richtig warm war. Manchmal musste man sich an Bambusbäumen festhalten um nicht abzurutschen oder über große Steine balancieren um den Bach zu überqueren, aber es hat sich einfach alles gelohnt! Denn da, wo wir schließlich angekommen sind, war es so traumhaft. Ich weiß nicht, ob ich schonmal ein schöneres Stück Erde gesehen habe.
meine wunderschöne Lieblingsstelle, sorry dass ich im Weg stehe, der Whirlpool ist da ganz oben wo Jan-Philip und Christian stehen
Unser erstes Ziel war eine kleine Lichtung mitten im Dschungel, es war eine ziemlich ebene Stelle auf dem Weg den Berg hoch. Der Bach, der sich den Berg hinunter schlängelt und manchmal unseren Weg gekreuzt hat, fällt genau auf der Lichtung einen kleinen Wasserfall herunter und da es eine recht flache Stelle ist, haben sich zwei kleine Becken gebildet, in denen das Wasser bestimmt zwei Meter tief ist. Das kristallklare, obere Becken ist ca. zwei Meter über dem anderen und sie sind durch eine natürliche Wasserrutsche aus Felsen verbunden. Auf einem umgekippten Baumstamm konnte man von im Wasser liegenden Steinen über das untere Becken ins obere balancieren und dort, wie in einem Whirlpool baden oder sich die Haare im Wasserfall waschen und dann die Rutsche wieder ins untere Becken runter rutschen. Es war wirklich wie im Paradies. Im unteren Becken waren ganz kleine Fische, die in Asien häufig zur Fußmassage eingesetzt werden, da sie alte Hautpartikel von den Füßen abknabbern. Das kitzelt :) ! Wir waren die einzigen vier Leute auf dieser Lichtung und konnten nur die Tiere des Dschungels und das Rauschen des Wasserfalls hören
Die zweite Station war nur 200 Meter weiter den Berg hoch, allerdings war es so steil, dass wir uns manchmal an einem Seil hochziehen mussten. Dort gab es wieder einen Wasserfall, diesmal mit einem etwas größeren Becken darunter. Michael und ich haben uns abgewechselt mit schwimmen, ich in der ersten Lichtung, er bei der zweiten Station, damit der andere immer Fotos und Videos machen konnte. An dieser Stelle gab es sogar einen Felsen, von dem man ca. zwei bis drei Meter in das Wasserbecken springen konnte. Dies hat sich allerdings nur Jan-Philip getraut, wir anderen wollten lieber wieder unverletzt aus dem Dschungel zurückkehren. Er wurde dann auch sofort für seine hohe Risikobereitschaft bestraft und hat seine Brille, die er beim Sprung angelassen hatte, im Wasser verloren.
Der Weg den Berg runter war dann zwar nicht mehr so anstrengend weil wir alle abgekühlt waren und nicht mehr bergauf stapfen mussten, dafür war die Gefahr, im Schlamm auszurutschen deutlich höher. Habe ich auch direkt mal gemacht, natürlich genau an der einzigen Stelle, an der am Wegesrand eine Reisegruppe Picknick machte. Ich war gerade höflich am Grüßen und Lächeln und bäms! – lag ich im Schlamm! Dreckig waren wir sowieso alle, aber bei diesem Sturz ist auch noch mein Fingernagel umgeknickt!
Kurz bevor wir wieder beim Auto angekommen waren, haben wir uns noch das riesige Anwesen eines sehr reichen Menschen angeguckt, der es vor ca. drei Jahren zurückgelassen hat. Überall hingen noch Fotos oder lagen Zeitschriften (die letzte war von 2007). Niemand weiß, wohin er gegangen ist aber es wird vermutet dass er so reich war, dass er einfach wo anders ein noch schöneres Haus gefunden hat und das alte nicht mehr brauchte. Am Wegesrand der ca. 500m langen Einfahrt standen mindestens drei Wohnungen auf Stelzen, wo wohl seine Bediensteten drin gelebt haben. Das Haus war mitten auf dem Berg im Dschungel und von seinem riesigen Pool aus hatte er eine tolle, weite Aussicht auf den Wald und das Tal. Es war irgendwie ein magisches Gefühl zu wissen, dass noch alles so liegt wie damals, aber der Besitzer es einfach von einem Tag auf den anderen verlassen hat.

Nach der Dschungeltour war es schon recht spät, wir mussten ja um halb 8 schon wieder am Flughafen sein um wieder nach Singapur zu fliegen. Sind dann noch schnell zurück in die Wohnungen gefahren und haben geduscht, bevor uns Christian und Jan-Philip netterweise auch noch zum Flughafen gefahren haben. Auf dem Weg haben wir angehalten und mit 4 Personen für ca. 12€ richtig gut Abend gegessen. Jeder hatte Reis, Nudeln, Chicken in Limonengras, Pork süß-sauer und zwei Getränke. Falls ihr (Jan-Phillip, Christian, Michèle oder Peter) das lest: Nochmal vielen, vielen, vielen, unendlich vielen Dank! Es war viel einfacher, sicherer und entspannender, dass wir bei euch schlafen durften und der Tag im Dschungel war unglaublich. Ohne euch hätten wir nie die Möglichkeit gehabt diese Dinge so hautnah zu erleben. Wir werden den Tag nie vergessen!
2010 – 07 – 25
Nachdem wir dann gestern noch schnell in den Flieger gehüpft und zurück nach Singapur geflogen sind, sind wir dann heute wieder nach zwei Stunden Schlaf um 6h aufgestanden und nach Australien geflogen. Jetzt sind wir sicher in Perth angekommen und haben unser Hostel bezogen. Als Hostel-Eingewöhnungstage hatten wir für die ersten drei Tage ein Doppelzimmer gebucht. Das wird uns aber für länger zu teuer also werden wir bald wahrscheinlich mit 6 Unbekannten in einem Zimmer hausen.
Von der abgelegendsten Hauptstadt der Welt (Perth ist die Hauptstadt des australischen Bundesstaates Western Australia) haben wir bisher noch nicht viel gesehen. Anders als in Malaysia und Singapur scheint hier aber alles sehr teuer zu sein. Haben uns eben in einem Supermarkt ein Toastbrot, Marmelade und eine Flasche Wasser fürs Frühstück morgen gekauft und mussten über 11 australische Dollar bezahlen. Es wäre übrigens nett, wenn der Euro nochmal ein bisschen steigen würde! Für Internet im Hostel müssen wir leider auch zahlen, deshalb habe ich die letzten 1 ½ Stunden den Bericht auf meinem Netbook offline geschrieben und werde gleich nur kurz online gehen um ihn zu posten. Hier gibt’s auch eine Waschmaschine und einen Trockner. Sind schon fleißig am Waschen, die dreckigen und nassen Dschungelsachen waren ja noch von gestern im Rucksack. Michael holt sie gerade aus dem Trockner raus. Danach werden wir dann schnell ins Bett gehen und uns auf gar keinen Fall von irgendetwas wecken lassen! Die Zeitverschiebung beträgt hier immer noch 6 Stunden zu Deutschland.



wow! war ja ne menge zu lesen! sind schon gespannt auf den nächsten bericht!
AntwortenLöschenpuh wie geil, seid ihr in diesem verlassenen haus drin gewesen? und woher wusstet ihr davon? sieht ja voooll geil aus auf dem foto mit diesem pool, habt ihr da noch mehr bildis von?
AntwortenLöschenund ihr konntet einfach so on den dschungel düsen ohne von irgendwas gefressen zu werden?
viel spaß noch und passt auf euch auf:)
maren