Freitag, 3. Dezember 2010

Arbeiten

Hallo!

Wir sind endlich wieder Up-to-Date mit den Blogeinträgen! Da wir in den letzten Tagen aber nicht viel erlebt haben, hat Michael mal ein bisschen Bilanz über das Arbeiten gezogen. Es sollte eigentlich eine Zusammenfassung für uns sein, aber unsere Eltern erzählen oft, dass auch alltägliche Dinge von vielen Leuten gern gelesen werden. Wenn ihr Lust habt könnt ihr also hier ein bisschen nachempfinden, wie wir die Arbeit so fanden:

Arbeit Zusammenfassung

Uns ist relativ schnell aufgefallen, dass wir in Australien auf jeden Fall arbeiten müssen, weil wirklich alles hier sehr, sehr teuer ist. In Australien ist alles teurer, dafür verdient man hier aber auch besser. Wenn man hier also sehr viel arbeitet und sparsam lebt, kann man richtig viel Geld machen, besonders wenn man im Northern Territory oder in Western Australia arbeitet. In diesen Staaten gibt es nämlich wenige Leute, man muss weitere Strecken zurücklegen und alles ist etwas abgelegener. Deshalb sind die Benzinpreise auch deutlich höher.

Wir hatten wirklich Glück das wir 50 Kilometer südlich von Alice Springs auf einer abgelegenen Rest area auf das französische Pärchen getroffen sind, das uns den Tipp gab in Alice Springs nach Arbeit zu suchen, da es viele freie Stellen gäbe und es gut bezahlt werde. Hätten wir dieses Paar nicht getroffen, wären wir durch Alice Springs durch gefahren, direkt nach Cairns, um dort nach Arbeit zu suchen. Zum Glück haben wir auch unmittelbar nach dem Anfang der Suche direkt Arbeit gefunden. Wir hatten echt Glück!

Die Arbeit im Motel hat uns Spaß gemacht, weil die Manager und die Mitarbeiter sehr nett waren und es herrschte eine entspannte Arbeitsatmosphäre. Niemand stand mit der Stoppuhr hinter einem oder hat kontrolliert. Wir konnten uns auch etwas Zeit lassen mit dem Putzen. Außerdem konnten wir jeden Tag arbeiten und konnten uns einen freien Tag nehmen, wann immer wir wollten. Ein weiterer Vorteil war, dass Steve und Karen uns auf dem Parkplatz des Motels in unserem Auto haben schlafen lassen. Das hat uns sehr viel Geld und Zeit gespart. Wenn sie das nicht erlaubt hätten, hätten wir in einem Caravan Park schlafen müssen, der uns jeden Tag $30 (66 Tage x $30 = $2000) gekostet hätte, denn in Alice Springs gab es keine Rest area und in einer Seitenstraße zu schlafen ist viel zu gefährlich (Alice Springs ist nach Tennant Creek die gefährlichste Stadt Australiens). Noch dazu durften wir das Badezimmer nutzen und duschen, sowie in der Küche kochen. Einen Kühlschrank gehabt zu haben war wirklich ein großer Luxus. Am Ende hatten wir zwar nicht mehr wirklich Lust zu putzen, im Großen und Ganzen war es aber ein Volltreffer im Motel gearbeitet zu haben.

Die Arbeit bei McDonalds hat sich auch sehr gelohnt. Am Anfang war es etwas komisch, weil man von nichts wirklich eine Ahnung hatte, alles immer sehr schnell gehen musste und man viel im Weg rumstand. Je mehr wir aber gelernt hatten, desto mehr Spaß hat es gemacht. Wir wurden immer schneller, haben uns immer besser damit ausgekannt, wo was hinkommt und hatten mehr Freude. Langsam aber sicher haben wir verstanden, wie der Laden läuft. Nebenbei lernt man auch die Mitarbeiter besser kennen. In unserem McDonalds Restaurant war das Arbeitsklima wirklich super. Jetzt sehen wir bei anderen McDonalds Läden, dass die Leute nicht so viel Spaß beim Arbeiten haben und auch sehr viel langsamer als wir sind. Es war interessant zu sehen, wie die Logistik in so einem Großunternehmen funktioniert. Alles ist optimal getimt und ins kleinste Detail durchdacht, sodass Verbesserungen schier ausgeschlossen sind. Sara hat alles am Front Counter und ein bisschen McCafé gelernt, während ich alles aus der Küche und ein bisschen Front Counter gelernt hab. Wir haben also alles kennengelernt. Wir konnten unserer Chefin sagen, wann wir arbeiten können und unser Dienstplan wurde dementsprechend entworfen. Wir haben außerdem sehr viel arbeiten können, was wir sehr begrüßt haben. Es war auch mal schön, jeden Tag bei McDonalds für den halben Preis zu essen und alles einmal auszuprobieren, genauso wie seinen eigenen Burger zu kreieren.

Wir kamen mit der Einstellung nach Australien, so viele Jobs wie möglich und keinen Job länger als zwei Wochen zu machen, damit wir sehr viele Erfahrungen sammeln können. Das ist allerdings nicht so einfach. In zwei Wochen ist man gerade einmal so richtig eingearbeitet und muss dann direkt schon gehen. Das will kein Arbeitgeber. Außerdem ist es nicht immer einfach einen Job zu finden. Hätten wir bei McDonalds schon nach zwei Wochen aufgehört zu arbeiten, hätten wir nicht ein Zehntel von dem gelernt, was wir jetzt wissen. Bei solch einem kurzen Zeitraum hat man nicht die Möglichkeit „hinter die Kulissen zu blicken“.

Da wir mit unseren zwei Jobs sehr zufrieden waren und wir viel verdient haben, hatten wir uns dazu entschlossen, lieber etwas länger zu arbeiten, um dann hoffentlich nicht mehr in Australien arbeiten zu müssen. Wir wollten so nicht so viele Tage verschwenden, deshalb haben wir sehr viele Stunden pro Tag gearbeitet. Unser Ziel war es so viel Geld wie möglich in einem kurzen Zeitintervall zu verdienen, sodass uns noch viel Zeit zum Reisen bleibt. Das hat gut geklappt. Fast alle Backpacker mit denen wir geredet haben, waren erstaunt darüber, wie viel wir verdient haben. Die meisten arbeiten an der Eastcoast, wo man weniger verdient.

Ich (Michael) hätte auch gerne mal Fruitpicking gemacht, weil es einfach ein Backpacker Ding ist und es für mich dazugehört hat. Dann wurde mir aber von vielen Backpackern davon abgeraten. Es ist halt ein Backpacker Ding, weil die Australier diese Arbeit nicht machen wollen. Es kommt immer darauf an, was und wo man pflückt, ob man pro Stunde oder per gepflückte Menge bezahlt wird, allerdings ist der Lohn so gut wie immer sehr niedrig und die Arbeit sehr, sehr, sehr anstrengend. Viel halten es nicht länger als eine Woche aus, weil der Rücken ihnen so weh tut oder die Sonne sie verbrannt hat, etc. Oft ist es auch wegen Maschinen auf dem Feld und wegen Schlangen und Spinnen gefährlich. Da wir nicht wirklich Zeit hatten und mir so viele Leute abgeraten haben, habe ich es dann doch nicht gemacht. Sara war sowieso dagegen. :)

1 Kommentar:

  1. Lieb Sara und Michael, heute haben wir im Unterricht uns noch einmal ein Bild gemacht von euren zahlreichen Abenteuern. Wie schön, dass ihr euch die Arbeit macht, alle zu hause so auf dem Laufenden zu halten. Außerdem bekommt man ja wirklich auch ein paar gute Tipps für Australienreisende. Euch noch viele spannende Erlebnisse und bis bald in Deutschland die Klasse AST 3 (von Michael)

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