Montag, 7. Februar 2011

Hi,

Heute haben wir eine kostenlose Stadtführung gemacht. Das erste Ziel dieser Führung war der Skytower – ein imposanter, großer Turm in Auckland. Zwischen den 30 Leuten, die bei der Tour teilnahmen, wurden durch das Kopf-oder-Zahl-Prinzip zwei glückliche Gewinner ausgesucht, denen ein Bungy Sprung vom über 200m hohen Skytower geschenkt wurde.

Eigentlich kostet ein Sprung vom höchsten Turm der Südhalbkugel der Erde $225, allerdings war es für die intelligenten Sieger des Kopf oder Zahl Spiels gratis - zurecht.

Daraufhin ging es zu einem Restaurant, wo wir drei Nachos gegessen haben (also Sara, Tom und ich haben Nachos gegessen; nicht etwa: wir haben nur 3 einzelne Nachos gegessen) und mit reichlich neuseeländischem Bier Bekanntschaft gemacht.
Danach sind wir zur Harbour Bridge gefahren (wo wir ja gestern Bungy Jumping machten). Allen Mitgliedern der Tour wurde das Springen mit einem Seil an den Beinen angeboten. Allerdings haben nur die drei berüchtigten Adrenalinjunkies das Angebot angenommen und ein weiteres Mal zugeschlagen…

Wir sind also in zwei Tagen zwei Mal Bungy gesprungen (einige unter uns sogar drei Mal). Es war überhaupt nicht geplant, aber da 30€ pro Sprung für uns ein guter Deal war, haben wir nicht nein sagen können. Beim zweiten Mal hatten wir nicht so viel Angst wie beim ersten Versuch; purer Spaß!

unsere beiden Sprungobjekte


Wenn ihr wollt, könnt ihr hier unseren gestrigen Tagebucheintrag lesen, indem Sara ihre Gefühle des ersten Bungy Sprunges beschrieben hat:

„…als wir endlich wieder den Weg zurück ins Hostel gefunden hatten, hatten wir erstmal richtig Hunger. Während ich am Tisch auf den Rucksack mit den Wertsachen drin aufgepasst habe, haben Michael und Tom leckere Spaghetti mit Tomatensoße gezaubert. Beim Essen haben wir uns darauf geeinigt, mal nachzufragen, wann wir vielleicht unseren ersten Bungy Jump starten könnten.

Ohne wirkliche Hoffnung auf einen freien Termin bin ich zum Tour Desk gegangen und habe tatsächlich drei freie Plätze für 14.30h ergattert! Oh je! Da wurde es ernst! Nervenkitzel Stufe 1! Schnell bezahlt, uns feste Schuhe angezogen und zum Pick-Up-Point gegangen. Während wir auf den Bus warteten, verabredeten wir, dass ich zuerst springen durfte. Michael und Tom machten Schnick Schnack Schnuck, wobei Tom gewann und sich für den zweiten Sprung qualifizierte. Als dann der Bus zum Abholen kam, waren wir alle ein bisschen aufgeregt. Schon von Weitem konnte man die Brücke sehen, von der wir springen sollten! Oh Mann! Nervenkitzel Stufe 2! Huiuiui!

Im Büro der Organisation angekommen mussten wir erst ein paar Mal unterschreiben, auf Toilette gehen, uns wiegen lassen und unsere Gurte anlegen. Dann ging es zu Fuß erstmal 10 Minuten die Brücke hoch. Nervenkitzel Stufe 3 war erreicht! Von der Brücke hatten wir ziemlich gute Aussichten über die Stadt, die uns auf dem Hinweg allerdings nicht so interessierte.

Oben angekommen fanden wir uns auf einmal in einem kleinen Häuschen wieder, mitten auf der Brücke! Es dauerte nicht lang, da ging auch schon auf einer Seite die Wand hoch und erhöhte die Nervenkitzel Stufe schleunigst auf 4. Zwei junge Erwachsene erklärten uns, was bald vor sich gehen würde, wie wir wo befestigt sein würden und dass wir in absteigender Reihenfolge unseres Gewichtes springen würden. Zuerst kam also der schwere Michael, der ziemlich gerade absprang und schon alles hinter sich hatte, bevor wir beiden Fliegengewichte erst anfangen konnten. Auch Tom legte schnell nach, sodass die beiden mich dann seelenruhig in meiner Angst beobachten konnten!

Irgendwann musste ich dann auch auf dem Stuhl, auf dem mir die Beine zusammen- und an der Leine festgebunden wurden. Der Angestellte hat mir noch einmal erzählt, wie ich springen sollte und schon musste ich zusammengebundenenbeines zum Absprungspunkt tapsen. Oh, krass! Das war für mich der schrecklichste Teil der ganzen Aktion, bei der ich bestimmt Nervenkitzel Stufe 8 erreicht hab. Das oben Stehen war echt am Schlimmsten! Ich hatte mir vorgenommen, sobald ich da hoch muss, einfach schnell zu springen, damit es dann vorbei ist. Leider sagte der Instructor auf einmal – Stopp!, warten! – weil unter mir gerade ein Boot entlang fuhr! Da wurde mir dann schon ein wenig schwindelig! Nach mir unendlich vorkommenden Sekunden wurde mir gesagt, ich soll in die 100 verschiedenen Kameras lächeln und winken, was ich nicht hinbekommen habe! Aber wenn ich auf einer hohen Höhe stehe und dann auch noch nach oben gucke, krieg ich immer Gleichgewichtsprobleme. Mensch war das ein Nervenkitzel! Der Typ hat mich noch festgehalten, runter gezählt und dann blieb mir nix anderes mehr übrig als zu springen. Ich stand mit den Zehen eh schon an der Kante, dann hab ich mich nur nach vorne gestoßen und versucht, möglichst gerade zu fliegen. Es war unbeschreiblich! Ganz anders als Fallschirmspringen, mehr Nervenkitzel und vielleicht ein bisschen geiler. Ich weiß es nicht! Beim Fallschirmspringen hat man mehr Zeit zu gucken und zu genießen. Hier war einfach nur Adrenalin! Am Anfang des Falls hatte ich einfach nur Angst (allerdings nicht so viel, wie ich hatte, als ich noch oben stand), zusammen mit diesem geilen Kribbeln, was man hat, wenn man fällt. Nach ein oder zwei Sekunden merkt man, dass man fliegt und es ist einfach nur geil. Man hat sogar noch kurz die Chance, zu sehen, dass man aufs Wasser zu rast und zu fühlen, dass man gestreckt durch die Luft fällt, mit dem Bauch nach unten, und die Hände nach vorne oder zur Seite strecken. Und sobald man das gerade so alles bemerkt hat, wird man vom Seil gebremst. Auch das ist ein unglaubliches Gefühl! Man merkt, dass es anfängt zu packen, fällt aber trotzdem weiter runter, wird dabei langsamer, bis das Seil dann stärker ist und einen wieder hochzieht. Dann fliegt man wieder mindestens die halbe Strecke (ich glaub aber viel mehr) hoch und dann kommt irgendwann dieser kurze Zeitpunkt, in dem man in der Luft steht. Dieser Zeitpunkt, in der man aufhört hochzufliegen und die Richtung wieder ändert, aber bevor man wieder runter fällt. Ich habe keine Ahnung, ob in dieser Sekunde mein Kopf oben war oder meine Beine, aber das war vielleicht der Beste Zeitpunkt des Sprunges. Danach folgte der nächste freie Fall, natürlich nicht so schlimm wie der erste, aber weil ich irgendwie nur Angst vor dem ersten hatte, hab ich mich trotzdem erschreckt und wieder einen Adrenalinschub bekommen. Beim dritten Mal Hochfliegen sollte ich meine Beinbefestigung abmachen (ich war noch an zwei anderen Punkten an meinem Bauchgurt befestigt), damit ich nicht kopfüber hochgezogen werde, sondern richtig herum. Sobald man richtig herum in seinen Gurten sitzt, ist die ganze Angst vorbei. Dann schwingt man nur noch fröhlich hin und her und genießt zum ersten Mal den geilen Ausblick. Unter mir konnte ich auf einmal den vorbeifahrenden Booten winken und die friche Brise durch mein Haar wehen spüren. Auch wenn alles so schnell ging, hab ich es wie in Zeitlupe erlebt. Und obwohl ich so aufgeregt war, habe ich jedes Detail gespürt, echt krass, wie viel ein Gehirn in so ein paar Sekunden wahrnehmen kann. Als ich dann wieder hochgezogen wurde und Michaels und Toms grinsende Gesichter gesehen habe, war ich einfach nur stolz, dass wir es alle drei ohne Probleme geschafft hatten. Es war so ein geiles Gefühl das gemacht zu haben! Hat sich auf jeden jeden jeden Fall gelohnt!

Der Rückweg über die Brücke war dann gar nicht mehr schlimm. Auf dem Hinweg musste ich mich am Geländer festhalten, diesmal konnte ich fast zurück tanzen und dabei noch Fotos von Aucklands schöner Skyline schießen. Zurück im Büro haben wir natürlich das Komplettpaket aus Fotos und Videos gekauft, womit wir uns wahrscheinlich noch in ein paar Jahren an diese geile Aktion erinnern werden. Wir lieben Neuseeland und denken jetzt schon, dass es sich gelohnt hat, hier hin zu kommen!“

2 Kommentare:

  1. Ihr seid doch einfach nur verrückt :D
    Liebe Grüße!!!

    Anna (Bickenbach)

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  2. Da muss ich dir vollkommen Recht geben, liebe Anna!
    Hoffentlich demnächst ohne exreme Adrenalinschübe noch viel Spaß wünscht euch Maria

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