Was gibt’s denn jetzt schon wieder Neues? Neuseeland ist geil, voller neuer Sachen und Seen.
Nachdem wir vor ein paar Tagen aus Wellington auf die Südinsel gefahren sind, ging es erstmal in den Abel Tasman National Park. Der ist wunderschön! Wir dachten, hier chillen wir mal ein bisschen und lassen es ruhig angehen, haben einen schönen Walk zu einem wunderschönen Strand gemacht und uns einen Nachmittag ausgeruht. So wollten wir es eigentlich auch den zweiten Tag machen. Bis wir den Flyer gesehen haben: „Pilot your own Stunt Plane!“
Das wars dann mit dem Ausschlafen. Schon um 6:30h wurden wir vom Hostel abgeholt und zu einem kleinen Flughafen gefahren, auf dem alles startete, außer normalen Passagierflugzeugen: Hubschrauber, Hangglider, Fallschirmsprungflugzeuge, vieles mehr und unser Stuntflugzeug. Wir erwarteten, in der Luft mit guter Aussicht ein paar Kunststücke zu fliegen und später auch mal kurz das Steuer in die Hand nehmen und ein paar Kurven fliegen zu dürfen. So war es aber nicht!
Als wir ankamen, wurden wir sofort in einen coolen Ganzkörperanzug gesteckt – ich zuerst weil ich schon ein bisschen Toast gefrühstückt hatte und mit leerem Magen lasse es sich nicht so gut fliegen. Das Flugzeug war ganz klein und hatte nur zwei Sitze, vorne ich, hinten der etwas geübtere Pilot. Ich durfte rein klettern, wurde angeschnallt und mit Mirko versorgt, dann wurde mir kurz der Joystick erklärt und schon ging es los. Alles ging so schnell; bei so einem Miniflugzeug muss man echt nicht lange Anlauf nehmen bis es fast senkrecht in die Luft schießt. 
Da es noch so früh war, war die Sonne erst gerade aufgegangen und schien schräg aufs Meer und den National Park, so hatte ich eine wunder- wunderschöne Aussicht. Diese konnte ich jedoch nicht einmal eine Minute genießen, da dann schon der Pilot mit beiden Händen an meine Arme tippte, was bedeutet, dass er das Steuer nicht mehr festgehalten hat! Durch meine Kopfhörer hörte ich nur „Go up, up up and now turn right, harder, harder, harder, harder, now stop!“

Und das war meine erste Rolle, innerhalb einer Minute, nach der wir den sicheren Boden verlassen hatten. So in der Art ging es weiter, ich hab das Flugzeug bestimmt 10 Minuten alleine geflogen, das heißt nur mit Anweisungen im Ohr. Eigentlich kann man sagen, dass ich das Flugzeug außer Start und Landung ganz alleine geflogen bin. Und nicht nur geradeaus, eigentlich gar nicht geradeaus. Wir sind Rollen (oder auch Schrauben), Loopings und sogar mehrere Sekunden kopfüber geflogen! Ich hatte so Angst, dass mein Gurt aufgeht und ich rausfalle! Das ging so ab und war so unbeschreiblich Freiheit und Adrenalin und Angst und geil alles auf einmal! Irgendwann hab ich bemerkt, dass der Pilot seine Beweishände (dass er nicht steuert) von meinen Schultern genommen hat und er sagt: „Soll ich dir was zeigen?“ Klar! Und wir rasen mit einem Speed senkrecht runter in Richtung Meer, huiuiui. Und ganz auf einmal reißt er am Steuer und wir fliegen senkrecht wieder hoch! „Heb mal deine Hände hoch!“ schreit er, was gar nicht so einfach war! Diese G-Kräfte hindern einen ganz schön daran.
So schnell man in der Luft anfing Kunststücke zu drehen, hörte das Vergnügen aber auch schon wieder auf und in meinem Ohr ertönte „Back to the airport?“. Viel länger hätte mein Magen auch wirklich nicht ausgehalten. Nachdem ich ausgestiegen war, musste ich mich erstmal hinlegen und als mein Video lief, konnte ich nicht hingucken.
Das war was! Nach mir flog der Tom, dessen Magen auch nicht viel mehr Spaß hatte als meiner, nur Michaels hat es locker überlebt.
Leider war das Flugzeug während des Fluges nur ein mini Punkt am Horizont, sodass wir keine Fotos/Videos von unten machen konnten, worauf man die Kunststücke erkennen kann. Hoffentlich hat meine Monster-Beschreibung ausgereicht. Michael hat sein Video gekauft, was vom Flugzeug aus gefilmt wurde und ihm in ein paar Wochen bearbeitet nach Hause geschickt wird. Wir alle haben als Beweis aber ein Zertifikat erhalten, was auch gleichzeitig unsere erste Akrobatikflugstunde bestätigt. Sollten wir jetzt also einen Pilotenschein machen wollen, hätten wir die erste Stunde bereits absolviert. Hihi
Ansonsten sind wir gestern den ganzen restlichen Tag mit ein paar schönen Zwischenstopps Bus gefahren. 

Pancake Rocks und Blowholes


findet die kleine Ameise Michael
Dann haben wir in Berrytown übernachtet, was eigentlich der reinste Partystop war. Alle anderen Leute unserer Gruppe haben auch gefeiert wie bekloppt, aber unsere Mägen waren dazu einfach noch nicht bereit. So haben wir lange geschlafen und sind dann heute nach Franz Josef gefahren. Hier gibt’s den am schnellsten wandernden Gletscher der Welt, auf den morgen die meisten Leute wandern gehen. Uns ist die blöde geführte Wanderung aber zu teuer (100€), also gehen wir am Fuß des Berges ein bisschen spazieren und genießen den umliegenden Regenwald. 
Michael hat heute zwei Mal geweint. Ein Mal beim Zwiebelnschneiden und das zweite Mal in einer Bar, in der Michael Tom übrigens vier Mal beim Billard besiegt hat. Für ein Freibier musste er eine Chilli-Mischung trinken, die 1,000,000 Scovilla stark war; es war ganz schön scharf. Zum Vergleich -die schaerfste Chilli Schote im Guinness Buch der Rekorde war 1,17 Million Scovilla scharf.
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