Hallo!
Uns kommt es vor, als hätten wir ewig nicht mehr in den Blog geschrieben! Es gibt so viel zu erzählen! Da meine Augen allerdings gleich zu fallen (Michael und Tom schlafen schon gemütlich in ihrem frischen Bett), beschreibe ich jetzt mal der Reihe nach die ersten Ereignisse der letzten Tage. Dann könnt ihr euch bald schon auf den nächsten Eintrag freuen!
Wir sind ja vor ein paar Tagen von Auckland abgefahren. Wir sind mit dem Bus unterwegs, der an alle wichtigen Stellen Neuseelands fährt und wir können an jeder beliebigen Stelle aus- und wieder einsteigen und so viele Nächte dort bleiben wie wir wollen. Wir sind also ziemlich flexibel, haben wir gedacht. Eigentlich hatten wir auch Recht, allerdings nur, wenn wir mindestens in einer kleinen Stadt Halt machen. Die ersten paar Tage wurden wir nämlich jedes Mal zu von der Organisation vorgeschlagenen Hostels gebracht, um die herum es weit und breit nichts gab. Also konnten wir zwar auswählen, wie viele Nächte wir wo bleiben wollten, hatten aber dort nicht viel zu tun – außer wandern oder eine Stunde zu Fuß zum Strand gehen oder so. Die Orte, die wir bisher besucht haben, waren zwar schön, allerdings war das Hostel, wo wir hingebracht wurden, immer so weit weg von irgendwas anderem, dass wir uns nicht zum Beispiel ein saubereres Hostel suchen könnten, wo wir lieber bleien würden.
Naja. Im Moment befinden wir uns in Rotorua, einer Stadt mit McDonald’s und richtigem Supermarkt (die beiden Indikatoren, ob die Stadt für Backpacker preiswert genug ist). Bis dahin gab es aber eine lange Reise.
Am Freitag (herzlichen Glückwunsch, Pia! J ) sind wir also vom Hostel in Auckland abgeholt worden und unsere Tour begann. Mit einem Supermarktstopp (weil es da, wo wir schliefen, eben nichts gab), fuhren wir nach Hahei, einem kleinen Ort an der Ostküste Neuseelands. Wir haben auf einem Campingplatz in Containern geschlafen, was ziemlich gemütlich war. Das Coole an diesem Ort war der Strand. Er war zwar ein bisschen weit weg vom Hostel, dafür hat der Busfahrer uns Gruppe aber nach dem Abendessen dorthin gefahren und wieder abgeholt.
Der Strand war mal wieder etwas, was wir noch nie zuvor erlebt hatten: Er war warm! Und wenn man ein Loch gegraben hat, war das Wasser, was zum Vorschein kam – heiß! Das war echt unglaublich! So war dann die ganze Gruppe fleißig am Pools Buddeln und dann lagen wir alle im Dunklen am Strand in unseren Löchern. Aber Vorsicht – an manchen Stellen war das Wasser so heiß, dass man nicht rein treten konnte. Eigentlich war das Wetter auch gar nicht so warm, aber mit dem heißen Bad konnte man die kühle Nacht locker ertragen!
meine Kamera kann keine schönen Fotos im Dunklen :(
Am nächsten Morgen sind wir weiter gefahren, an den bei Surfern berühmten Ort Raglan, in dem wir aber wieder außerhalb geschlafen haben und weit weg von allen coolen Sachen waren. Wir wollten dort eigentlich auch surfen gehen, aber es gab einfach mal überhaupt keinen Wind. Ganz viele Surfer lagen einfach nur auf dem Wasser um auf die perfekte Welle zu warten, die aber nicht kam. Schade. Wir hoffen, dass Tom hier noch die Chance bekommt, ein bisschen zu surfen.
Gestern Morgen sind wir dann auch von dort aufgebrochen und von der Westküste wieder in Richtung Ostküste zu fahren. Auf dem Weg haben wir einen Aktivitäten-Stopp eingelegt, bei dem wir auf Grund gruppeninterner Meinungsverschiedenheiten zum Programm fast keine Tour gebucht hätten. Zum Glück konnte ich meinen starken Willen durchsetzen und wir haben eine Tour namens: „Haggas Honking Holes“ gemacht. In der Broschüre stand etwas von Abseilen, was sich für mich sehr aufregend anhörte, da ich es vorher noch nie gemacht hatte. Als es los ging wurden wir alle überrascht:
Zuerst fuhren wir mit einem Bus ein kleines Stück in die Natur hinaus. Die Landschaft war hügelig, mit Gras bewachsen und weidenden Schafen und Kühen. Alles sah zwar sehr schön aus, ließ aber nicht vermuten, was uns unter diesen Hügelfelsen erwartete. Mitten auf einer Wiese stand ein Häuschen, in dem jeder von uns mit verschiedenen Gurten, Neoprenanzug, Gummistiefeln und Helm versorgt wurden. Kamera und eigentlich alles andere durften wir nicht mitnehmen. Vor dem Haus waren drei Pfeiler angebracht, an dem jeder der ca. 15 Teilnehmer einmal abseilen üben musste. Dann gingen wir ahnungslos die Wiese herunter. Wir hätten es kaum entdeckt – hätte uns nicht unser Guide darauf hingewiesen: Der Eingang einer Höhle. Ich glaube, auch wenn wir dieses Loch gesehen hätten, hätten wir nicht gedacht, dass sich dahinter vielleicht eine Höhle befindet. Wir konnten nicht hineingucken, da alles dunkel war. Aber zum Glück hatten wir eine Lampe an unserem Helm.
Ganz langsam hintereinander sind wir dann alle durch eine steile Leiter ins krasseste Erlebnis unseres Lebens gestiegen. Oh Mann! Schon die ersten Schritte waren ein Nervenkitzel. Ein ganz schmaler Gang führte weiter, bis wir bei einem unserer Guides ankamen. Dieser sicherte uns und als wir nach vorne guckten wussten wir auch warum: ein steiler, glatter Felsabhang, an dem wir direkt mal unsere neugewonnenen Abseilkünste demonstrieren mussten – im Dunklen und mit einem leichten Bach, der den gleichen Weg gewählt hatte. Ein 15 Meter Abhang, dessen Steigung fast ein bisschen in die andere Richtung ging. Man hing also mit dem Schwerpunkt an seinem Seil und hat dann immer mit der Hand nachgelassen, um weiter runter zu gehen. Mit den Füßen ist man dann so rückwärts gegangen, damit man nicht dumm durch die Luft schwingt und gegen die Wände stößt. Wie geil das war! Voll das Abenteuer!
Die Tour ging dann noch weiter in die Höhle und das Wasser wurde immer tiefer. Wir mussten oft durch kniehohes Wasser waten, kriechen, krabbeln, uns seitwärts durch Felsspalten zwängen, uns abseilen, Rutschen aus Stein runter rutschen und an Felswänden hochklettern. Das Ganze war körperlich gar nicht mal so easy; man musste schon sportlich sein und bloß nicht zu dick, um dort mithalten und durchpassen zu können. Platz-, Höhenangst oder Gleichgewichtsprobleme hätten das Unterfangen unmöglich gemacht! Wir hatten eine sehr coole Gruppe, hilfsbereite Guides und zum Glück auch warme Neoprenanzüge mit Knie-, Ellenbogen- und Poschonern; und natürlich den Helm mit dem wichtigen Licht. An einem der tiefsten Punkte mussten wir mal alle das Licht ausmachen, da war über uns die Decke doch tatsächlich voll mit grün leuchtenden Glow-worms. Und noch eine Höhle weiter haben wir alle leckeren Organgensaft und Schokoriegel bekommen (eine größere Mahlzeit konnten unsere Guides echt nicht durch die schmalen Löcher transportieren). Das war so cool, zwischenzeitlich waren wir 80 Meter unter der Erde, mussten fast schwimmen oder haben uns mitten im Wasserfall abgeseilt. Wir haben noch nie so etwas gemacht, was so sehr von allem abweicht, was wir bisher gemacht haben. Ein total neues Gebiet haben wir hier entdeckt, es war Nervenkitzel und Spannung und Spaß und gleichzeitig noch Sport. Perfekt! Insgesamt waren wir zweieinhalb Stunden unter der Erde. Dort hat man nichts davon gemerkt, dass draußen ein herrlicher Sommertag herrschte. Es war kühl und man hörte nur die Wasserfälle rauschen. Wow!
Diesen schönen Sonnenuntergang hat Tom von einem Boot aus fotografiert
Von gestern und heute versuche ich morgen Neues zu schreiben. Zwei Seiten in Schriftgröße 11 reichen auch. Jetzt werde ich Michael und Tom erstmal ihre Aktivität nachmachen. Neuseeland ist bisher unbeschreiblich schön, aufregend und für uns das Land des Adrenalins. Und das Aufregendste haben wir noch vor uns! Wir genießen jede Minute und freuen uns gleichzeitig auf die nächsten Tage und Wochen!
(An die Mamas: Bis wir in Queenstown sind, braucht ihr euch aber noch keine Sorgen machen!)





ey, ihr macht sachen... "abseiling" - is doch lustig, ein deutsches wort mal eingeenglischt zu sehen...
AntwortenLöschenhabe es glatt mal gegoogelt... an erster stelle: http://en.wikipedia.org/wiki/abseiling
uti freut sich auf weitere lustige berichte!
Hallo ihr zwei, vielen Dank für eure Postkarte aus Australien. Habe mich sehr gefreut. Noch viele schöne Tage! LG Werner
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