Dienstag, 1. Februar 2011

Unsere Australienreise zusammengefasst

Sehr geehrte fleißige Leser und Leserinnen,

Da unser Aufenthalt in Australien bald zu Ende ist und uns nur noch ein paar Tage bleiben bevor wir Neuseeland und danach einige asiatische Länder bereisen werden, nutzen wir diesen Zeitpunkt, um unsere Erfahrungen sowie Erlebnisse aus einem halben Jahr in diesem Land zu resümieren.

Auf den ersten Blick gibt es sehr viele nette Leute und schönes Wetter in Australien. Der zweite Blick bestätigt dies. Leider erfährt man dann aber auch recht schnell, dass das Leben hier mehr als teuer sein kann. Wir haben erlebt, dass es manchmal billiger ist, in einem Fast Food „Restaurant“ zu speisen als selbst zu kochen. Hie und da sind wir nicht nur hohen, sondern auch noch unverschämten Preisen begegnet. Als wir beispielsweise einmal eine DIN A4 Seite in der Stadt ausdrucken wollten, wurde $4 dafür verlangt (, da zwischen großen, mittleren und kleinen Bildern auf der Seite unterschieden wurde). Diese Art von Erlebnissen hatten wir besonders oft in Sydney (wo es sich sowieso nur ums Geld dreht), wodurch sich die Stadt und Australien sehr unsympathisch bei uns gemacht haben. Für viele Dinge muss man extra zahlen, weswegen man aufpassen muss, dass man nicht abgezockt wird.

Besonders aus diesen Gründen ist das Arbeiten in Australien unverzichtbar. Wir haben schnell gemerkt, dass das „work“ in „work und travel“ nicht zum Spaß da steht. Wir wissen echt nicht, was wir ohne Arbeit gemacht hätten. Entweder hätten wir früher nach Hause kommen müssen oder viele Dinge nicht sehen oder machen können. Wir sind sehr froh, dass wir sehr schnell Arbeit im Städtchen Alice Springs gefunden haben. Wir konnten viele Stunden am Tag arbeiten und somit Zeit sparen. In zwei Monaten haben wir sehr viel Geld verdienen und gleichzeitig noch einiges sparen können, da wir auf dem Parkplatz unseres Motels nächtigen und die Küche sowie das Bad benutzen durften. Man kann in Australien also auch mit unqualifizierten Jobs (für europäische Verhältnisse) viel Geld verdienen, was durch eine gute (nicht übertriebene) Bürokratie ermöglicht wird. Ein Auto zu kaufen bzw. zu verkaufen, mehrere Jobs auszuüben und sehr viele Verträge abzuschließen ist in Australien glücklicherweise einfacher als in Deutschland. An Alice Springs erinnern wir uns, trotz der harten Arbeit und dem Ghetto-Ruf, gerne zurück, da dies der Ort ist, an dem wir etwas sesshaft waren und gute Freunde gefunden haben. Außerdem haben wir das Feeling in Australien „zu leben“ (und nicht nur zu reisen) erfahren.
Es kann aber auch ganz anders laufen. Viele Backpacker schlagen sich mit einer der härtesten Jobs der Welt, Fruit Picking, für wenig Geld durch. Unser jetziger Zimmergenosse hat zum Beispiel für umgerechnet 3,11 Euro pro Stunde 70 Stunden in der Woche gearbeitet.
Auch wir wurden belehrt, dass man nicht immer wie wir in Alice Springs zwei Jobs in zwei Stunden finden kann. Wir haben es uns einfacher vorgestellt in Melbourne Arbeit zu finden. Schließlich haben wir keinen einzigen Job bekommen; nicht einmal bei einem der unzähligen Mc Donalds Restaurants, obwohl wir Erfahrung haben und nicht eingearbeitet werden müssten.

Naja, zum Glück war es in Alice Springs anders. In kurzer Zeit viel arbeiten, um viel reisen und so viel wie möglich sehen zu können war unser Ziel, was bis jetzt gut geklappt hat. Wir sind der Meinung, alles Sehenswerte gesehen zu haben, bis auf die Westküste. Dort gibt es sehr schöne Natur und fast keine Menschen. Man braucht viel Zeit für die Westküste, da man lange Strecken zurücklegen muss. Allerdings denken wir, dass es sich wegen der Westküste alleine vielleicht nicht lohnen würde, noch mal wieder zu kommen.
Australien hat viele Facetten: es gibt alles, von Wüsten und verzaubernden Stränden bis zu üppigen Regenwäldern. Bei einer Größe von Europa gibt es eine relativ kleine Bevölkerungszahl (21 Mio.). Ungefähr 90% besiedeln die Ostküste. Australien besteht also aus unglaublich viel Natur, ein paar Städten und drei Großstädten.
Eigentlich sind wir ja nicht wirklich Flora und Fauna Liebhaber (außer, dass ich jede Woche Kirchners Rasen mähe). Dennoch haben wir uns schon sehr oft von der Natur Australiens beeindrucken lassen. Sogar Bushwalks machen Spaß! Aber auch spannendere Aktivitäten rufen. Wir sind sehr froh, dass wir im Great Barrier Reef tauchen waren, Fallschirm gesprungen und surfen gegangen sind.

Ich will jetzt zwar kein neues Fass aufmachen, allerdings muss ich noch Backpacker erwähnen. Der typische Backpacker hat kein Geld fürs Essen, geht aber jeden Abend feiern. Man beachte die Überleitung von „Fass“ auf „feiern gehen“! Jedoch will ich jetzt auch nicht alle über einen Kamm scheren. Neben den vielen Dreadlocks-Backpackern, die viel Zeit mit Chillen verbringen und unorganisiert sind, gibt es auch viele, die einfach nur viel reisen und erleben wollen. Die meisten Backpacker sind deutsch und dreist. Viele junge Leute kommen leider hierhin, um von ihren Problemen, die sie zu Hause haben, wegzulaufen ohne ein wirkliches Ziel zu haben. Zum Glück sind Australien und Neuseeland sehr Backpacker-freundlich bzw. –ausgelegt (s. Hostels, Telefonkarten, etc.).

Gute Planung ist wichtig, wenn man viel Geld sparen und viel sehen will. Ein PC ist dabei unverzichtbar (gerade, wenn man in einer komplizierten Bewerbungsphase steckt). Wir sind so froh, dass wir ein Netbook mitgenommen haben.

Als Fazit des Australienaufenthaltes können wir sagen, dass wir es kein bisschen bereuen, uns für diese Reise entschieden zu haben und danken Gott dafür, bisher keinen Unfall gehabt zu haben oder krank gewesen zu sein.

Dieser Blogeintrag wird meinem unvergleichlichen Freund Tom Joachim Maiwald gewidmet, da er ab jetzt offiziell sehr gerne liest und es an dieser Stelle viel zu lesen gab. Außerdem ist er ab dem 04. Februar unser treuer Begleiter, der mit uns eine sechswöchige Reise durch Neuseeland bestreiten wird. Meine Assistentin und ich freuen uns schon sehr.

3 Kommentare:

  1. ups! wollte nich "boring" anklicken... das, was ihr schreibt KANN ja nicht langweilig sein!
    stubser, uti

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  2. juchuuu! nich vergessen: morgen ist welt-nutella-tag!!!

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  3. Starker Text...
    Fast so wie meine Charakterisierung in der Abi Zeitung von dir, lieber Michael. Er versprüht den gleichen Charme und Witz der mir bei den meisten deiner Schriftstücke zuteil werden darf. Taking all into consideration gefällt mir eure Berichtserstattung super gut...! Weiter so und Viel Spaß mit `the tank` alias Joachim...

    Gruß Tim
    ps.: Die Überleitung von "Fass" auf "feiern gehen" war echt klasse! Hätte ich wahrscheinlich nur in Englisch besser ausdrücken können:D:D

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