Mittlerweile sind wir in Kambodscha angekommen und haben hier drei Tage verbracht. Selbstverständlich wollen wir euch an diesen letzten Tagen unserer Indochinatour teilhaben lassen.
2011 – 04 – 09:
Heute Morgen sind wir mit einem Schnellboot nach Phnom Penh gefahren. Der Fahrtwind zichte nur so durch unser Haupthaar. Angekommen, haben wir erst einmal unsere zweite Reiseführerin getroffen, die uns direkt zum Hotel gebracht hat. Wir konnten unseren Augen nicht trauen. Wieder mal dachten wir, dass es einen Fehler bei der Buchung unseres Zimmers gab, denn wir hatten eine Suite. Das war die schönste Suite/Hotelzimmer auf der ganzen Indochinatour. Wir hatten ein Fernsehzimmer mit DVD-Player und einem hammer Soundsystem, zwei Badezimmer mit einer Dusche, bei der das Wasser wieder von allen Seit kommt und ein Schlafzimmer mit dem gemütlichsten Bett der Welt. Natürlich gab es auch jeweils einen TV im Schlaf- und Badezimmer. Sara war total begeistert von dem indirekten Licht, was wir jetzt auch natürlich in unserem zukünftigen Haus haben müssen.
Wir hatten anfangs allerdings nicht viel Zeit den temporären Luxus zu genießen, denn Nimol wollte uns in 10 Minuten abholen. (Nimol ist ein kambodschanischer Freund, der in Phnom Penh wohnt und der uns die Stadt zeigen wollte. Sara hat ihm bei einem Seminar für internationale Führungskräfte kennengelernt.)

Daher duschten wir in zwei der drei Duschen synchron und waren rechtzeitig fertig. Da wir geplant hatten den Tag mit Nimol zu verbringen, nahmen wir heute nicht an der Tour teil. Wir haben die Dinos auch die ganze Zeit wirklich vermisst und freuen uns darauf, sie morgen endlich wieder zu sehen.
Nimol holte uns netterweise vom Hotel ab und lockte unsere hungrigen Mägen ganz Rattenfänger-von-Hameln-mäßig zu einem kambodschanischen Restaurant. Wir haben uns sehr lange unterhalten und gelacht. Nimol kann man sich eigentlich gut als kambodschanischen Denis Ziegler (Name geändert) vorstellen. Dann kam das Essen: Puh!!! Wow!!! Zong!!! Boom!!! Bang!!! In den meisten asiatischen Ländern bestellt nicht jeder seine eigene Speise, sondern alle drei zusammen bestellen gemeinschaftlich mehrere Sachen. Dann kann sich jeder etwas von dem nehmen, worauf er gerade am meisten Lust hat. Ach du liebe Zeit war das lecker! Wir haben in Asien noch nie so gut gegessen. Sara ist jetzt ein Fan von Fried Rice mit Chicken süß-sauer, avec Cashewnüsse und gebratener un ananas (Lautschrift:[ananana]) und noch so Gemüsesachen. Das war richtig lecker. Sara hat sogar der frisch gefangene Fisch aus dem Mekongfluss geschmeckt, obwohl sie außer Fischstäbchen keine Fischliebhaberin ist. Drum haben wir alle Portionen noch ein zweites Mal bestellt. Der zarte Nimol dachte wahrscheinlich wir seien Aliens, so viel wie wir verputzt haben.
Gestärkt haben wir eine Stadtführung angetreten.
Aber nicht eine langweilige Indochinatour-Stadtführung, sondern eine interessante nicht-jedes-Detail-hundert-mal-erklärt-Nimol-Stadtführung. Wir sind mit einem Tuk Tuk durch die Stadt gefahren, während er uns alle wichtigen Gebäude gezeigt hat. Es war wirklich ein herrlicher sonniger, warmer Tag.
Irgendwann wurden wir wieder zum Hotel gebracht. Jetzt blieb uns Zeit dafür unsere Hotelsuite richtig auszukosten. Mit Süßigkeiten, Cola und Baileys ausgerüstet haben wir zwei Filme auf unserem SONY Bravia TV geguckt, bevor wir uns schlafen gelegt haben. Schade, dass wir hier nur eine Nacht bleiben. Auch die Stadt hat uns sehr gut gefallen. Wir wären gerne noch etwas länger geblieben.
2011 – 04 – 10
Leider mussten wir heute schon wieder aus unserem sehr schönen Zimmer auschecken. Schade. Wir wurden von der Phnom-Penh-Touristenführerin abgeholt und zum Flughafen gebracht. Nach der Ankunft in Siem Reap sind wir schnell losgefahren, um alles zu sehen, was heute auf dem Plan stand. Zuerst ging es zu einem alten, halb zerstörten Tempel: Angkor Thom.






Dieser war wirklich wunderschön; umgeben von grünen Wiesen und Wald. Wir haben sehr viele schöne Fotos geschossen und uns immer, wenn wir die Gelegenheit hatten, im Schatten erfrischt. Es war so warm! Und die Dinos waren so langsam!
Vor dem Mittagessen sind wir dann noch ein bisschen spazieren gegangen, vorbei an der Elefantenterrasse, einem Gebäude was Himmel und Hölle beinhalten sollte und ein paar kleinen Tempeln. Wir waren recht langsam, weil die Omas jedes Detail auf den in die Wand eingemeißelten Bildern fotografieren mussten und alles genau erklärt haben wollten. Der Guide hat bei dieser Angelegenheit auch nicht viel geholfen. Hier eine Unterhaltung, die typisch für diese Tour war:
Guide: Guckt mal hier, das ist ein Vogel (auf die Wand gemalt)
Dino 68:Ist das ein Reiher?
Guide: Das ist ein Reiher. Oder ein Vogel.

Da fällt mir noch eine Unterhaltung ein, die stattfand, als wir unsere Tickets für das Angkor Weltkulturerbegebiet bekamen:
Guide (zu allen): Diese Tickets hier müsst ihr behalten und immer dabei haben.
Dino68 (zu Guide): Also diese Tickets müssen wir immer mithaben und vorzeigen?
Guide (zu Dino68): Ja, immer die Tickets mitnehmen.
Saurier77 (zu Guide): Sollen wir die Tickets immer griffbereit haben?
Guide (zu Saurier77): Ja, nehmt die Tickets immer mit. Die muss man oft vorzeigen.
Saurier77 (zu Dino68): Dino68, nimm dein Ticket mit.
Dino68 (zu Saurier77): Ja, ich nehme mein Ticket immer mit. Das muss ich nämlich hier vorzeigen.
Guide (zu allen): Genau. Deshalb habt die Tickets immer bei euch.
S. 77 (zu sich selbst): Dann passe ich gut auf mein Ticket auf und verliere es nicht.
Guide (zu allen): Genau, gut auf die Tickets aufpassen und nicht verlieren. Die müsst ihr später oft vorzeigen!
Dino68 (zu uns): Habt ihr gehört? Am besten habt ihr eure Tickets immer bei euch, weil man die häufig zeigen muss.
Michael (zu Dino68): Häh? Sollen wir die Tickets etwa immer mitnehmen? Wozu?
Man kann sich jetzt vorstellen, was Michaels Frage ausgelöst hat! Solche Unterhaltungen hören wir jeden Tag! Unsere komischen Deutsch sprechenden Guides haben es irgendwie nicht drauf. Die Omas sowieso nicht und weil sie dem einen Guide nicht glauben, werden die gleichen Fragen dem nächsten dann wieder gestellt. So verlängert sich die Besichtigungszeit eines Objektes (meistens Tempel) um mindestens das Doppelte.
Wir haben auch schon gemerkt, dass nicht alles, was die Guides sagen auch unbedingt stimmen muss: „Die Zahl 9 steht für die 9 Planeten: Sonne, Mond, Erde, usw.“ Aha, danke. Sehr selten haben dann auch wir mal eine Frage an den Guide:
„In dem Tagesprogramm unserer fantastischen Organisation steht, dass Angkor Wat eins der 7 Weltwunder ist; stimmt das?“
Guide: „Genau 12. Jahrhundert“(keine Ahnung wie der da drauf gekommen ist).
„Nein ist es ein Weltwunder? 7 Weltwunder?“
„Ja, Welt, Weltkulterbe.“
„Nein, ich meine ein altes oder neues Weltwunder, sowie die Pyramiden.“
„Pyramiden, ja, ja.“
Toll! Die Guides können einem jeden $©Ħ€Ϊʂ über jede Zitadelle, Pagode, Stupa und Tempel erzählen, wissen aber nicht (verstehen es nicht einmal), ob dieses Bauwerk ein Weltwunder ist.
Ein weiteres Problem ist das langsame Gehen der älteren Oma, besonders auf Treppen oder unebenem Grund.
T-Rex: „Ich weiß nicht, ob ich diese Treppen hier schaffe.“
Dino68: „Doch, doch Saurier77, das schaffst du.“
Saurier77: „Na gut.“
Zur Entschuldigung kommt dann oft die Warnung und ein bisschen der Vorwurf: „Ihr werdet auch mal alt. Kinder, wenn ihr meine Knie hättet, sie haben mir ja letztens noch den Fuß aufgeschnitten, dann würdet ihr hier gar nicht erst hier hin mitkommen.“ Da hatte sie recht. Wir finden es trotzdem so super, dass der Saurier77 immer die Zähne zusammenbeißt und mit Treppenstufen fightet bis der Drops gelutscht ist. So stehen wir uns in der prallen Mittagssonne oft die Beine in den Bauch, während die Dinos wissen wollen, welche Grassorten hier wachsen und welche Möbel aus dem Holz der umliegenden Bäume hergestellt werden. Und wie genau die hergestellt werden natürlich. Gut!
Dann gab es Mittagessen.
Die Dinos sind eigentlich die selbstbewusstesten Omas, die wir kennen. Normalerweise würden wir uns gut mit jedem verstehen, den wir treffen und wir haben auch vor jedem Respekt. Leider ist es andersrum nicht genauso; die Dinos glauben irgendwie nichts, was wir sagen und denken, sie seien viel schlauer und erwachsener, nur weil sie alt sind. Es trug sich also zu, dass Saurier77 zu uns sagte: "Stellt euch mal vor, ich habe auf dieser Tour sogar was von euch gelernt". Anstatt neugierig zu fragen, was sie wohl von uns gelernt haben könnte, fragte ich "Sie haben sogar etwas von uns gelernt?" (übrigens: wir siezen sie immer noch). Dino68 bemerkte meine Betonung "das meinte sie nicht so", aber Saurier77 meinte es so: "Ich bin ja nun schon sehr viel gereist und habe schon alles gesehen (sie macht ja, wie sie sagt nur "Bildungsreisen"). Aber noch nie habe ich daran gedacht, Zimmerservice im Hotel zu nutzen" Entweder wollte sie sagen, dass sie so blöd ist und nie auf die Preislisten guckt, wobei sie merken würde, dass Essen im Restaurant genau so teuer ist, wie auf dem Zimmer. Diese Möglichkeit kommt aber nicht in Frage, weil Saurier77 nicht denkt, sie könnte etwas Dummes machen. Also wollte sie damit nur ausdrücken, dass wir jung und verwöhnt sind und wir ihr eigentlich nix sagen können, was sie noch nicht weiß.
Auf einmal fragte uns dann Saurier77 noch, ob unsere Eltern wüssten, dass wir unsere neun-monatige Reise zusammen machen. Mein genervtes und mittlerweile beleidigtes Gehirn hatte keine Lust über diese Frage mehr als nötig nachzudenken, weshalb ich einfach nur mit „ja“ antwortete. Ich weiß nicht wie, aber irgendwie brachte das Saurier77 wieder mal auf die DDR und die Wende.
Auf jeden Fall haben wir nach dem leckeren Mittagessen, zu dem uns die Omas eigentlich einladen wollten, weil wir sie schon öfter eingeladen hatten, es aber anscheinend vergessen haben, Kambodschas bekanntestes Markenzeichen betrachtet: Angkor Wat.



Asiens bedeutendstes Bauwerk, ein halbwegs erhaltener, alter Tempel umgeben von wunderschönen Wiesen, Wäldern und Seen. Das war wirklich schön und wir hätten die Besichtigung auch echt genießen können, wenn die Alten nicht dauernd die Aufmerksamkeit von den interessanten auf die uninteressanten Details gelenkt hätten und sich einfach ein bisschen schneller bewegt hätten. Im Hotel haben wir noch einmal Zimmerservice gegessen und werden jetzt schlafen gehen.
2011 – 04 – 11:
Heute ist unser letzter Tag in Kambodscha. Wir nehmen heute nicht am Programm teil, weil wir lieber unser eigenes Programm gestalten. Wir werden heute ein bisschen um die Häuser ziehen, im Pool schwimmen, ins Fitnesscenter gehen, einkaufen und uns ein bisschen Siem Reap angucken. Das Ende dieser Tour bringt gleichzeitig den schrecklichen Abschied von den Omas – aka Dinos - mit sich. Wir versuchen schon die ganze Zeit nicht dran zu denken und verdrängen es so gut wie möglich. Irgendwann heute Abend ist es allerdings so weit und wir wissen noch nicht, wie wir das meistern sollen. Es wird der traurigste Abschied seit dem Aussterben der vor Millionen von Jahren die Welt regierenden großen Reptilien.
Morgen früh fahren wir mit einem Bus nach Bangkok, wo wir einen Tag verbringen werden. Dort treffen wir dann endlich Saras Cousine, Lisa, die mit uns den Rest unserer work&travel-Tour (Bali, Phuket, Hong Kong und Macau) beschreiten wird.
Macht es gut.
Sara und Michael


hallo ihr zwei
AntwortenLöschenich genieße wirklich in Ruhe, bei einer Tasse Kaffee (eigentlich einem Pott ;-))eure Einträge, lache hier Tränen weil ich wirklich mit euch mitleide...
den schwerern Abschied dürftet ihr mitlerweile hinter euch haben.
Liebe Grüße und wieder "frischeren" Wind wünscht aus RS-Lennep
Moni
ich weiß net, was "more interesting" is... die berichte über euren dinos oder die über die reise... *lach mich schlapp* uti
AntwortenLöschenHuhu,
AntwortenLöschennenene- soviel Ironie in einem Artikel- sowas bringt nur der Michi zustande ;)
Super lustig!!!
LG
Anna Bi.