Freitag, 1. April 2011

Einzeleinträge über Laos

Hallo sehr geehrte Leser,
Dieser Blogeintrag ist zusammengestellt aus vielen einzelnen Tagebucheinträgen. Hoffentlich werdet ihr nicht mit gestern, heute und morgen verwirrt. Wir sind heute in Hanoi, Vietnam gelandet und haben direkt mal heruasgefunden, dass Facebook hier gesperrt ist. Wir sind also per Email erreichbar oder zur Not auf dem deutschen Handy.

Gestern haben wir Thailand verlassen. Thailand war einfach nur unglaublich mit Kong und seiner Familie, wir durften so viel sehen und erleben und hatten eine der schönsten Wochen unserer ganzen Reise. Kong und seine Eltern haben sich nicht nur die allergrößte Mühe gegeben, uns freundlich aufzunehmen, damit wir uns bei ihnen wohl fühlen, sie haben uns auch richtig verwöhnt und vieles spendiert. Wir haben uns eine Woche so gefühlt, als wären wir reich, was wir natürlich sehr genossen haben. Trotzdem haben wir gemerkt, dass wir unser normales Leben bevorzugen. Es ist zwar schön, in einem Luxushotel verwöhnt zu werden, allerdings geht einem den ganzen Tag durch den Kopf, dass man für das Geld, das einem für eine Nacht bezahlt wurden, in Afrika wahrscheinlich 40 Kinder vom grauen Star erlösen könnte. Außerdem ist es uns unangenehm, wenn vor einem immer einer herumspringt um einem die Taschen abzunehmen oder die Tür aufzuhalten: Wir brauchen keine Sklaven! Unsere armen Eltern haben ja Angst, dass wir zu Hause nicht mehr genug haben, aber da können wir euch beruhigen: Wenn man so lange unterwegs ist wie wir und so viele verschiedene Lebenssituationen erlebt, schätzt man erst so richtig, wie gut man es zu Hause hat. Ich brauch keine zehn Fernseh- DVD-Anlagen in meiner privaten Villa, wenn meine Familie 9000km entfernt gemütlich auf der Couch im Wohnzimmer „Rach der Restauranttester“ guckt. Wir vermissen es, um die Menschen herum zu sein, die wir lieben und der ganze Luxus hier kann niemals so schön sein, wie es sich anfühlt im eigenen Zimmer einzuschlafen und zu merken, wie die Eltern nochmal rein kommen, um „gute Nacht“ zu sagen. Also sind wir, trotz der ganzen tollen Erlebnisse, für die wir wirklich sehr dankbar sind, sehr froh, bald endlich wieder nach Hause zu kommen.


Aber jetzt sind wir erstmal in Luang Prabang, Laos. Heute hat unsere Indochina-Tour begonnen. Hihi, das war vielleicht was. Wir durften ausschlafen, da die beiden anderen Teilnehmerinnen unserer Gruppe erst um 10h aus Deutschland gelandet sind. Sie sind 68 und 77 Jahre alt. Unser erster Eindruck von ihnen: Zwar Deutsch („Sollen wir den Reiseleiter auf’s erste Essen (für höchstens 5€) einladen und das Geld, was wir dafür zusätzlich zahlen, dann durch vier teilen? Oder könnt ihr euch das nicht leisten?“), aber freundlich. Ein bisschen langsam, wenn es ums Schuhe Aus- oder Anziehen geht, was wir heute mehrere Male machen mussten, weil wir Tempel besichtigt haben. Leider sind die Tempel, die wir hier bisher gesehen haben, überhaupt nicht mit denen aus Thailand zu vergleichen; sie sind nicht so groß und ziemlich heruntergekommen. Aber das ist nur unser erster Eindruck. Später waren wir auf einem Handwerkermarkt. Dort haben wir unter anderem gesehen, wie Papier und Seide hergestellt und verarbeitet werden, alles von Hand. Die Bevölkerung scheint sehr arm zu sein und nur ein Drittel der Straßen in Laos, sind asphaltiert. Das Geld ist kaum etwas wert; gestern am Flughafen haben wir erstmal eine Million KIP abgeholt, was 89€ entsprechen.
Das Hotel, in dem wir wohnen, ist sehr schön und wir bekommen immer leckeres Frühstück. Wir sind gespannt auf unsere nächsten Tage und die Erlebnisse mit unseren betagten Reisebegleiterinnen. 


So. Das war unser Tagebucheintrag für unseren ersten Tag in Laos. Mittlerweile sitzen wir gerade am Flughafen und warten auf unseren Flug nach Vietnam.

Laos war insgesamt leider nicht so schön, wie wir es uns erhofft hatten. Vielleicht lag es daran, dass wir durch Thailand gerade noch einen super Eindruck von Südostasien bekommen haben und Laos ein sehr armes Land ist, in dem nicht einmal die bekanntesten Städte modern sind. In Luang Prabang verlief unser zweiter Tag so:

Die Gesellschaft und Führung haben sich nicht besonders gebessert, das Wetter auch nicht.
Wir sind um neun Uhr gestartet und zwei Stunden auf dem Mekong im Regen flussaufwärts gefahren. Da konnte der Tourveranstalter nichts für, aber bei schlechtem Wetter macht Boot fahren keinen Spaß. Als wir endlich an unserem Ziel angekommen sind, hat Michael der 77-jährigen aus dem Boot und die Treppen hoch in eine Höhle geholfen. Dort gab es viele Buddhafiguren und einen Teppich zum Beten. Man hatte auch eine gute Aussicht über den Fluss und die gegenüberliegenden Felsen. Bis auf die Älteste sind wir anderen dann alle ein paar weitere Stufen hochgestiegen, um in die obere Höhle zu gelangen. Hierfür benötigten wir eine Taschenlampe, da es sehr dunkel war. Wir haben weiter Buddhafiguren betrachtet und sogar einige Fledermäuse beobachtet.
Nach dem Essen sollten wir einen Spaziergang durch das kleine Dorf machen, in dem wir uns befanden. Nach 10 Minuten habe ich aber zum Glück die Gelegenheit am Schopfe ergriffen und bemerkt, dass wir doch auch zum Boot zurückkehren könnten, da es am regnen war und wir kein richtiges Ziel hatten. So fuhren wir eine Stunde flussabwärts nach Luang Prabang zurück und betrachteten dort noch den schönsten Tempel. Leider wieder nicht so schön, wie die Tempel in Thailand :) Wir freuen uns, morgen diese Stadt zu verlassen und einen neuen Guide zu bekommen.


Im Zimmer haben wir, wie die vorherigen Tage, zwei Filme geguckt. Wir freuen uns bis jetzt jeden Tag immer aufs Hotelzimmer, was eigentlich nicht sein dürfte; schließlich haben wir viel für diese Tour bezahlt. Wir hoffen wirklich, dass es bald besser wird. Manchmal fragen wir uns, wie diese Situation zu Stande kommen konnte. Wir stehen in irgendeinem verlassenen dreckigen Dorf – der Guide hat keine Ahnung was wir machen sollen – die Begleiterinnen fragen irgendwelche total sinnlosen Fragen und es regnet. Da haben wir uns schon gefragt, warum diese Tour so teuer war.


Und hier kommt der gestrige Tagebucheintrag, von Michael verfasst:
Endlich Abfahrt aus Luang Prabang. Davor haben wir aber noch einen local Markt besichtigt, auf dem alles Essen sehr ekelhaft war. Alles war dreckig und sehr eklig. Fleisch und Fisch lag ungekühlt herum und es stank. Ich weiß nicht wieso man hier einkaufen sollte. Die beiden anderen waren natürlich fasziniert: „was ist das für eine Frucht? Was sind das für Blätter? Wie wird das hergestellt? Wie heißt das?“ Nach dem Markt sind wir (alle außer der Ältesten) auf einen Berg gegangen, auf dem ein Tempel stand und von dem aus man eine gute Aussicht auf Luang Prabang hatte.


Danach sind wir zum Flughafen gefahren, bevor wir mit einer kleinen Maschine, in der ersten Reihe sitzend, in die Hauptstadt Laos‘, Vientiane, geflogen sind. Erst einmal wurde ins Hotel eingecheckt, was wir super fanden. Eine der beiden Damen war unzufrieden. Als ich hingegen meine Abneigung gegenüber dem Essen auf dem Markt äußerte, sagte sie, dass das noch sauber wäre. Komisch.

Ein Buddha, der mit seiner Handhaltung um Frieden bittet

Sara und ich sind schnell etwas essen gegangen, bevor hier unsere Tour startete. Diese begann mit der Besichtigung des That Luang Stûpa (Grosse Heilige Reliquie oder Grosse Stûpa – das Wahrzeichen Laos‘). Hier hat eine der Damen noch mal dieselben Fragen gestellt, die sie unserem anderen Guide gestern gestellt hatte.


Danach haben wir uns den Triumphbogen Laos‘ angeschaut, der auch nicht besonders reizvoll ist. Um fünf Uhr war unsere kurze Tour heute schon wieder vorüber. Uns störte es nicht. Eine der beiden älteren Damen beklagte sich über den späten Zeitpunkt (10.30h) des morgigen Tourbeginns, also wurde er vorverlegt.
Wir haben Essen abgeholt und auf unserem Zimmer gegessen. Ich habe endlich noch mal mit meinen Eltern und der Christa geskyped.

So, jetzt der Tagebucheintrag des heutigen Tages:
Um 10.00h ging es heute Morgen los zu einem Museum mit einer weiteren Stûpa drin. Das Wetter strahlt uns nur so an und wir waren besonders von den Palmen, die das Museum säumten, beeindruckt und träumten von einem weißen Strand und jüngeren Reisebegleitern…
Als nächstes besichtigten wir noch einen Tempel, der einen wunderschön gepflegten Vorgarten besaß. Dort haben wir ein bisschen die Sonne genossen, da der Tempel mal wieder nicht mit denen in Thailand mithalten konnte. Da wir so schön sind, wurden wir direkt mal von vielen kleinen Laotinnen fotografiert.

Auf dem Weg zum Flughafen stoppten wir noch bei einem großen Shoppingcenter. Juhu - dachte ich. Leider ähnelte dieses Shoppingcenter einem deutschen Markt und war deshalb für uns nicht besonders ansprechend.

So, jetzt hofft bitte mit uns, dass Vietnam und Kambodscha besser werden! Da unsere Reiseorganisation anscheinend nicht die Flüge für die Reiseführer bezahlen möchte, bekommen wir jeden zweiten Tag einen neuen Guide. Nicht schlimm, die ersten beiden waren nicht unsere Traumreiseführer.

Hier noch ein Bild von meinem süßen Freund, der bei Kong einen neuen Haarschnitt, in Bangkok ein neues Tshirt und nur für das Bild meinen Schal bekommen hat:

der süße Freund prangert normalerweise Schals bei Jungs an (besonders bei höheren Temperaturen). Hier wurde aufgrund einer Erkältung eine Ausnahme gemacht.

4 Kommentare:

  1. ooooh wie süß sieht michael denn da aus:):)
    freu mich auf euch:-* maren

    AntwortenLöschen
  2. Laoten fotografieren Chaoten...

    AntwortenLöschen
  3. besonders eure Eltern dürfte dieser Eintrag seeehr freuen, (bez. Einsicht, Wertschätzung usw. smile bis an die Ohren)
    LG Moni (vum Jan)

    AntwortenLöschen
  4. noch 24 tage ! dann habe ich geburtstag :D und noch ein tag mehr dann seid ihr auch schon wieder hier juhu :) :*

    krinii :*

    AntwortenLöschen