Dienstag, 5. April 2011

Vietnam Start (101ste Blogeintrag)

Hey!

Jetzt haben wir schon vier Tage Vietnam hinter uns, die wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten. Seid ihr bereit für viel Text? Der letzte Eintrag endete mit dem Flug von Vientiane, Laos. Hier kommt der restliche Tagebucheintrag vom 31.03. (von Michael):

Hey!

Jetzt

Schließlich landeten wir in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, und begrüßten unseren dritten Reiseführer, der ein sehr aggressives und anstrengendes Deutsch spricht. Die Omas fragen andauernd Fragen, bei denen ich schon bei der Stellung der Frage sofort weiß, dass der Reiseführer sie nicht verstehen wird oder sie nicht beantworten kann. Heute gab es aber keine besondere Stadtrundfahrt oder Ähnliches; es ging schnurstracks zum Hotel.

Wir haben nach dem Einchecken eine Essenssuche gestartet. Die Straßen waren sehr voll. Dauernd hupen irgendwelche Rollerfahrer. Ein Chaos ohne Ende. Irgendwann haben wir ein sehr schönes Restaurant gefunden, bei dem wir uns sicher waren, dass es uns zu teuer war. Nach dem ersten Blick auf die Preise der Speisekarte haben wir unsere Meinung allerdings geändert. Wir aßen einen Ceaser Salad, süße Kartoffeln, eine Pizza, Spaghetti Carbonare und ein Club-Sandwich; das beste Essen in Indochina bis jetzt. (Kein Reis!)

Abends haben wir uns noch eine Wasserpuppentheater-Aufführung angeschaut, die bei unserer Tour inklusive war. Es war mal was Neues, aber nicht wirklich actionreich; auch wenn das sehr berühmt ist. Also haben wir das Theater rebellisch frühzeitig verlassen.

Auf den 31.03. folgte der 01.04.:

Heue Nacht sind wir häufig aufgewacht, weil sich über unserer Decke ein Tier (Marder?) nicht beruhigen konnte und wie verrückt im Kreis gelaufen ist und alles laut angeknabbert hat. Das war vielleicht nervig. Nachdem Michael dann zum 5. Mal die Rezeption angerufen hatte, durften wir um 5h morgens noch zweieinhalb Stunden in einem anderen Zimmer weiterschlafen.

Um viertel vor neun begann heute unsere Tour mit dem Besuch des Mausoleums, was aber geschlossen war.

Man konnte sich aber den restlichen Teil dieser großen Anlage angucken, zwei Häuser, in denen der König eine Zeit seines Lebens gewohnt hatte. Sehr bescheiden hat er gelebt, weil er ein kommunistisches Reich regiert hat. Auf dem Weg zurück zum Bus betrachteten wir noch eine Säulenpagode und ein paar Vater- und Muttertempel.

Das hier ist eins der zehn schönsten Gebäude der Welt

Dann folgte etwas ganz Verrücktes, etwas, was nicht auf dem Programm stand. Wir haben die erste Universität Vietnams besucht! Da wird mittlerweile nicht mehr gelehrt, es werden nur noch offizielle Veranstaltungen und Seminare abgehalten. Alle Dinge, die wir heute gemacht haben, waren interessant und Vietnam gefällt uns bisher super; viel besser als Laos. Leider sind die beiden älteren Damen so langsam; mit Gehen und mit Angucken. Und dann fallen ihnen auch noch sehr viele (sinnlose) Fragen ein, die der Reiseführer geduldig beantwortet.

Während die Damen einen weiteren Tempel betrachtet haben, waren wir italienisch Essen, was wir allerdings mit in den Bus nehmen mussten, da die Vorbereitungszeit dafür die Dauer unserer ganzen Pause in Anspruch nahm. Wir fuhren zu einer kulturellen Show, bei denen uns Mädchen und Jungs vorgesungen haben. Diese Show war sehr schön.

Alle konnten wirklich singen, sahen schön und traditionell aus und die Show war nicht zu lang. Am Ende konnten wir sogar ein Foto mit deren Hüten machen.

Wir haben uns schon auf die Busfahrt nach Ha Long gefreut, auf der wir schlafen wollten. Doch erst mussten wir noch, ganz langsam, zwei Tempel besichtigen, eine Fahrt auf einem Mini-Pferdewagen (6 Insassen, gezogen von einem ganz kleinen Pony) überstehen und ein Gemeindehaus angucken.


Dann fuhren wir los und ich schlief sofort ein. Bei der Essenspause durften wir jedoch nicht, wie wir es geplant hatten, weiterschlafen, sondern mussten den Bus verlassen. Aber die Pause war ganz interessant, weil wir in einer Behindertenwerkstatt gelandet waren. Die fertigen wirklich sehr schöne Handarbeit, dass wir gar nicht glauben können, dass die Arbeiter behindert sind.

In Ha Long angekommen, haben wir in das sehr schöne, große Hotel eingecheckt. Wir sind im 13. Stock und haben eine Suite. Wir haben zwei Badezimmer, ein Esszimmer, zwei TVs, usw. Wir haben wirklich ein luxuriöses Zimmer erwischt. Wir bedanken uns bei der Indochinatour. Da es billig war, haben wir auch mal direkt den Zimmerservice ausprobiert.

Das Essen war aber nicht allzu gut. Gute Nacht.

Auf den 01.04. folgte der 02.04.:

Heute mussten wir leider schon früh wieder aus unserer Suite auschecken. Um 8h war Abfahrt vom Hotel in Richtung Touristenhafen.

Während wir am Hafen auf unser Boot gewartet haben, haben wir uns für 1€ pro Stück Vietnam-Hüte gekauft. Auf dem Boot waren wir nur mit unserer Reisegruppe (4 Leute) unserem Guide und ein paar Personal. Ich glaube insgesamt gab es mehr Personal als Gäste. Unser einziger Stopp war eine riesige, wunderschön beleuchtete Höhle. Es gab zwar ein paar Probleme mit den Omas und den Treppen, aber sie haben für ihr Alter alles gut gemeistert.

Zurück auf dem Schiff sind wir durch die berühmte Ha Long Bay gefahren. Leider war das Wetter nicht perfekt, aber die Aussicht war trotzdem sehr schön.

Nach ca. 4 Stunden waren wir wieder an Land und haben die lange Rückreise nach Hanoi angetreten, von wo aus wir weiter nach Hue geflogen werden sein.

Auf den 02.04. folgte der 03.04.:

Der heutige Tag war wieder sehr ereignisreich, wenn man unsere Interaktion mit den anderen Reiseteilnehmerinnen betrachtet. Wir haben die beiden bisher manchmal als Omas bezeichnet, aber das ist nicht ganz gerecht. Uns ist aufgefallen, dass das ziemlich gemein gegenüber unseren eigenen Omas ist, die alle lieb sind. Und dass es gemein gegenüber unseren Omas ist, ist wiederum gemein für diese Damen, weil es ja aussagt, dass sie nicht so lieb sind. Sie sind auch nicht so lieb, aber das wollen wir natürlich nicht immer betonen, wäre ja gemein. Aus diesem Grund nennen wir sie ab jetzt beim Namen. Nicht bei ihrem richtigen Namen natürlich, aus Datenschutzgründen mussten wir die Namen ändern. Die ältere Dame heißt im Folgenden Saurier77, der junge Hüpfer unter den beiden heißt Dino68. Die Zahlen haben natürlich überhaupt nichts mit dem Alter der beiden zu tun…;)

Gestern konnten wir zum Glück mal ausschlafen. Nach dem Auschecken aus dem Hotel ging es direkt zum Hanoier Flughafen; von dort aus sind wir nach Hue geflogen. Da angekommen haben wir unsere neue Reiseleiterin getroffen – eine Frau, zum ersten Mal. Sie ist sehr nett und bis jetzt die Beste, unserer Meinung nach.

Als erstes haben wir uns ca. eine Stunde lang eine Zitadelle angeguckt. Wir haben ein gutes Bild davon bekommen, wie der Kaiser gelebt hat. Es gab sehr viel Räume und sogar ein eigenes Theater für den Kaiser und seine Frau. Ich weiß ganz genau, dass ich mich bei diesem Theater immer nur gelangweilt hätte und die Holzstühle sehr unbequem waren.
Jedenfalls hatten wir heute noch viel vor uns, weshalb sich die Reiseführerin etwas beeilt hat. Beeilt heißt ganz normales Schritttempo, was für uns aber mittlerweile schnell ist; wir schlendern immer so langsam hin und her und brauchen für alles eine Ewigkeit wegen der Omas. Sara und ich gucken uns einen Tempel in ca. 3,1415 Sekunden an und sind fertig. Dann kommen erst die Omas anschlendert und gucken sich jedes Detail an, stellen ein Haufen Fragen und machen tausende unbedeutende Fotos, die sie später sowieso nicht mehr identifizieren können. Wir waren froh, dass unsere neue Reiseführerin weiß, was sie will und dass es etwas schneller voran geht. Das hat den Ommas natürlich gar nicht gepasst. Man sah es an ihren Gesichtsausdrücken und an den Schweißperlen im Gesicht – das fanden wir geil. Manche von euch denken jetzt vielleicht das, was ich in meinem Leben schon tausend Mal gehört hab: Du kannst froh sein, wenn du noch so fit bist, wenn du in dem Alter bist…Ja, das ist ja auch richtig. Ich bin froh, wenn ich in dem prähistorischen Alter noch so fit bin (auch wenn ich statistisch gesehen nicht mal so alt werde). Für ihr Alter sind die beiden ja auch „fit“. Allerdings werde ich bestimmt keine intensive Tour in Laos, Vietnam und Kambodscha machen, wenn ich nicht einmal in ein Auto ein- und aussteigen oder Treppen steigen kann.

Während der Besichtigung trafen wir noch auf eine seit vielen Jahren in Deutschland lebende Koreanerin und ihren Sohn. Sie wollten sich uns ein bisschen anschließen, um ein paar Informationen über die Zitadelle mitzubekommen; sie waren ganz nett.
Als wir dann mit der Besichtigung dieser Attraktion fertig waren, haben wir uns auf den Weg zum Bus gemacht, um zum Parfüm-Fluss zu gelangen. Jetzt kommt’s: Die nette Frau und ihr Sohn haben uns gefragt, ob wir vielleicht noch Platz im Bus hätten und ob wir sie mitnehmen könnten. Sofort meinte Saurier77: „Nein, nein, nein, auf keinen Fall. Das geht nicht. Ich bin dagegen. Wir nehmen keine fremden Leute mit.“ Sara und ich sagten, dass wir damit kein Problem hätten und wir ein bisschen zusammenrücken könnten. Dino68 enthielt sich. Die Reiseführerin fand es auch okay, weshalb die beiden netten Leute auch mitkommen durften, obwohl Saurier77 noch mal äußern musste, dass sie darauf bestehe auf ihrem vorigen Platz zu sitzen und sich da kein anderer hinsetze. Das aufbrausende Schnaufen hatte sich teilweise gelohnt und sie konnte ihren Sitzplatz gut verteidigen.
Wie kann man so sein? Wir haben die Gesellschaft der beiden Neuen genossen und waren froh, hilfsbereit zu sein; Saurier77 hingegen hat ihnen das überhaupt nicht gegönnt (schließlich haben die auch nichts für die Tour bezahlt).

Anschließend machten wir eine Bootsfahrt auf dem Parfüm-Fluss.

Daraufhin verabschiedeten wir uns von den beiden und haben im Hotel eingecheckt. Direkt danach sind wir mit einem Tuk Tuk unter erschreckendem Fahrstil der Vietnamesen in die Innenstadt gefahren, um etwas zu essen.

Und auf gestern folgte heute:

Heute begann der Tag wieder sehr früh: Um 8h trafen wir uns an der Rezeption um das total interessante (nicht!) Grab des Kaisers zu besichtigen. Alles war fast genau so, wie bei der Zitadelle gestern, nur nicht so schön.

Wir mögen unsere Reiseleiterin trotzdem immer mehr, da sie ein schnelleres Tempo hat als die vorigen und wir nicht so lange auf die Dinosaurier warten müssen.

Weiter ging es nach Da Nang, was sehr lange gedauert hat. Wir haben zwischendurch angehalten um uns einen schöneren Vietnam Hut zu kaufen (1,50€), eine interessante Austern-Farm zu betrachten und vom oberen Punkt des Wolkenpasses Fotos vom Meer und der Landschaft zu machen.

Wir sind ein bisschen genervt, weil die Einheimischen immer wollen, dass wir was kaufen.

In Da Nang angekommen, mussten wir erst mal ein Museum angucken, in dem langweilige Figuren standen. UND essen. Puh das Essen war schrecklich. Wir durften nicht wählen, was wir essen wollen, weil unsere Führerin einfach bestellt hat: Nudelsuppe mit ganz vielen komischen Sachen, die man da rein tun kann. Haben wir nicht gemacht, weil wir gesehen haben, dass die Kellnerin, die sehr ekelhafte Fingernägel hat, die angepackt hat; die Suppe war aber ganz okay.

Danach ging es ENDLICH ins Hotel. Wir machten uns schnell auf den Weg zum Strand, der vom Forbes Magazin zu einem der Top 6 most luxurious beaches in the world gewählt wurde: China Beach (Kennt jemand von euch die gleichnamige US-amerikanische TV-Serie?). Da ich ziemliche Angst vor Krebsen hatte und wir nicht wussten, wo wir uns hinlegen sollen, haben wir uns einfach bei einem Hotel auf die Liege gelegt und Cocktails getrunken.

"still sippin mai tai's"

An der Getränkekarte haben wir dann bemerkt, dass wir uns auf den Liegen des besten Hotels in Vietnam und einem der besten Hotels in Asien und einem der Top 10 Dream Hotels in the world befinden. Ich hatte Werbung für dieses Hotel im Flugzeug gesehen. Wir haben uns direkt mal die beste Suite zeigen lassen, die sogar einen Drucker hatte. Trotzdem, nicht ihre $720 pro Nacht wert.

Abends haben wir in unserem Hotel gegessen, war endlich nochmal sehr lecker. Jetzt chillen wir im Zimmer und ich warte, bis Michael seine beeindruckenden Dokumentationen über riesige Brücken oder Containerhafen beendet hat.

Macht es gut.

Euer M+S-Team

P.S. falls irgendjemand Fragen zum Mauerfall oder dem Leben in der ehemaligen DDR haben sollte, fragt ruhig uns. Wir sind mittlerweile Experten auf diesem Gebiet. „Die Wende“ ist nach „und“ und „in“ das meistbenutzte Wort auf dieser Tour.


4 Kommentare:

  1. ihr seid so süß und lieb :* kann es kaum erwarten euch wieder zu sehen :) !

    krini :)

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  2. Ho Chi Minh * 19. Mai 1890; † 2. September 1969) war ein vietnamesischer Revolutionär und Politiker, Premierminister (1945–1955) und Präsident (1955–1969) der Demokratischen Republik Vietnam.

    ... ist in seiner Jugend übrigens auch viel durch die Weltgeschichte gereist...

    Außerdem hat Krini recht, kommt langsam mal zurück!

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  3. ...und kauft nicht mehr so viele Hüte! Die sehen nämlich nich so schön aus... ;-)
    Uti

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  4. Wir haben nicht die Art von Hüten, die wir auf dem Bild mit den Dinos tragen, sondern so einen Hut, den die Reisernter, wie die Person auf einem der Bilder, immer tragen, gekauft.

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