Donnerstag, 28. April 2011

Macau

Seid gegrüßt, edle Germanen,

Aus Hong Kong sind wir mit einer Fähre nach Macau gefahren. Hier haben wir zwei Tage und zwei Nächte verbracht. Viele Menschen aus aller Welt (besonders aus Hong Kong und China) pilgern zu diesem Ort. Macau ist berühmt für seine Casinos und das Nachtleben; es ist „das Las Vegas des Ostens“. Deshalb sind wir auch direkt nach unserer Ankunft in das Venetian Hotel und Casino gefahren, das mit 40 Stockwerken und fast einer Million Quadratmetern das flächenmäßig größte Gebäude Asiens und das fünftgrößte Gebäude der Welt ist.


Noch dazu ist es das größte Casino der Welt! Wir finden auch, dass es eins der schönsten ist, sogar wenn man es mit den Casinos in Las Vegas vergleicht. Es ist im Venedig-Stil erbaut und hat drinnen einen künstlichen Kanal, in dem man sich sogar mit Gondeln rumkutschieren lassen kann.

Da wir ein altes Paar mit 4 stolzen Jahren auf dem Buckel sind, konnten wir uns zum Glück diesen frischverliebten Kitsch ersparen.

Neben dem Casino und dem 5 Sterne Luxushotel gibt es ein Entertainmentcenter, einen großen Food Court und ein noch größeres Shoppingcenter. Echt beeindruckend! Riesige Eingangshallen mit 3D Fliesen auf dem Boden und goldenen Skulpturen. Die Gänge sind von den teuersten Designerläden gesäumt, damit man sein gerade gewonnenes Geld auch auszugeben weiß. Luxus pur!


Wir sind also direkt mal in diesen Schuppen hineinmarschiert und haben Kong beim „Baccarat“ spielen zugeguckt. Baccarat ist in Asien wahrscheinlich das berühmteste Casinospiel und für uns das affigste, intelligenzbeleidigenste Spiel, was wir je gesehen haben. Ich hab jetzt keine Lust die bekloppten Regeln zu erklären; jedenfalls geht es darum, welche Karten zusammengezählt den höheren Wert ergeben. Dabei darf einer der Spieler die Karten selbst umdrehen. Damit die Spannung höher ist, drehen die Spieler die Karten ganz geheimnisvoll um, dass kein anderer reingucken kann. Aber nicht einfach umdrehen. Fast alle Leute legen die Karte erst hochkant und klappen sie einen Millimeter hoch, um zu gucken, wie viele Bilder von den verschiedenen Symbolen auf der Karte sind. (Alle Baccarat Spieler wissen natürlich, welche Zahl wie viele Symbole hat.) Dann denkt man „Das könnte jetzt eine 5 oder eine 7 sein“. Dann wird in einem Riesenakt auch unter die andere Karte geguckt. Und dann das, was uns am meisten überrascht und schockt: Die Karten werden öffentlich aufgedeckt! Warum bitte dieses Theater mit dem geheimnisvollen unter die Karten Gucken, wenn sie sowieso gleich jeder sieht? Dauernd gucken auch alle auf die Statistik, obwohl es nur pures Glück ist. Wir können es nicht begreifen.

das sind wir, wie wir es nicht begreifen können

Aber naja, es ist halt Kongs Lieblingsspiel und wir haben ihm zugeguckt. Dabei haben wir einen Mann aus Kuwait getroffen, der richtig Geld zu haben schien. Wir haben uns mehrere Stunden mit ihm unterhalten, während er jedes Mal 100-1000 Euro setzte. Da ich ihm einmal beim Spielen „Glück gebracht hab“, bekam ich 50€ geschenkt.

Sara (links im Bild) und ich (r)

Er ist mit uns auch in den VIP Raum gegangen, in den wir sonst niemals reingekommen wären. Hier haben wir schnell gemerkt, dass wir uns im reinsten Irrenhaus befinden; nur eben auf hohem Niveau. Es laufen Gestalten herum, bei denen man sich wünscht, ihr Outfit verkaufen zu dürfen, um sich von dem Geld ein Auto kaufen zu können. Und diese Menschen stolzierten durch die Gänge mit einem herablassenden Blick auf alle, die pro Runde weniger als 1000€ setzen. Fette reiche Männer haben sexy Asiatinnen am Ärmel hängen, aschen beim Rauchen auf den Boden, zucken nicht mit der Wimper, wenn sie 100.000€ verlieren und lachen nicht, wenn sie doppelt so viel gewinnen. Ekelhaft! Für die Reichen sind Essen, Getränke und Hotelzimmer umsonst („Special Treatment“). Man kann sogar einen riesigen Raum mit Spieltisch alleine für sich mieten und hat dabei auch noch seine eigene Kasse. Nachdem wir das Venetian und das Hard Rock Hotel und Casino erkundet hatten, haben wir uns um 3 Uhr auf den Heimweg gemacht.



Gestern haben wir als erstes das riesige „SANDS“ Casino erkundet, das unter derselben Leitung wie das Venetian steht. Es verbarg sich ein riesiges Casino mit Shoppingmall und Essen. Dort haben wir gefrühstückt und ein paar Leuten beim Black Jack zugeguckt. Neben diesem Casino gab es einen künstlichen Vulkan und den Nachbau des Kolusseums in Rom.


Eine schöne Fußgängerzone führte von dort zum nächsten Casino, das wir besichtigen wollten. „Babylon“ hieß es und war nicht sehr schön. Also sind wir zum MGM Grand gefahren. Dieses Casino wurde dem fetten MGM in Las Vegas nachgebaut und ist sehr schön. Hier durfte man mit etwas geringeren Einsätzen antreten, weshalb wir unser Glück beim Black Jack versuchten. Da wir mathematische Genies sind, eine perfekte Strategie entworfen haben, Karten zählen können und in Teams arbeiten, haben wir es geschafft, insgesamt 10€ beim Black Jack zu gewinnen. Die haben wir ganz schön verarscht!

Die Eingangshalle des MGM

Weiter ging der anstrengende Fußweg zum Wynns, einem sehr neuen Gebäude. Das Casino sah etwas ordentlicher aus als die anderen und wir sind dreisterweise einfach mal im Hotel ins 57. Stockwerk gefahren, um von dem Flur die Aussicht zu genießen. Das Hotel ist einfach nur der Hammer; teuflisch luxuriös.

Als wir wieder mit dem Aufzug runter gefahren sind, haben wir zu Ehren der verwöhnten Reichen vom 1. bis zum 57. Stockwerk alle Knöpfe gedrückt.

Vom Wynns aus sind wir weiter zum Grand Lisboa Hotel und Casino gegangen.


Anschließend ging es ins Four Seasons Plaza Casino gegangen. Da hat es uns sehr gefallen, weil die Dealer alle nett waren und wir kostenlos verschiedene Getränke bekommen haben. Hier waren die Limits höher und man traf auf angenehme gehobene, aber nicht ekelhafte superreiche Gesellschaft. Wir haben bestimmt zwei Stunden einem sympathischen Koreaner beim Black Jack Spielen zugeguckt und mitgefiebert. In dieser Zeit hat er bestimmt 6000€ gewonnen. Als er allerdings nachher Baccarat gespielt hat, hat er sich bei uns schon wieder unbeliebt gemacht.

In dieser Stadt wird einem sogar der Besuch einer Toilette zum Erlebnis gemacht

Insgesamt hat uns unser 2-Tage-Aufenthalt in Macau sehr gefallen. Es war sehr unterhaltsam. Jetzt verbringen wir noch einen Tag in Bangkok und fliegen im Anschluss zurück in die Heimat. Morgen werden wir den letzten Blogeintrag online Stellen.

Wir verbleiben,

mit freundlichen Grüßen
SEK und DME

2 Kommentare:

  1. ..wird auch Zeit, dass ihr langsam zurückkommt!
    Vor lauter Nervosität habe ich gestern erstmal den Rasen gemäht.

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